Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 82 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 82 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 82 -

Bild der Seite - 82 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 82 -

82 Maddalena Guiotto ment in ernster Gefahr110. Am 16. Juni berichtete De Gasperi von der Auflösung der katholischen Studentenverbindungen und der Akademikerverbände in Österreich, eine Information der „Reichspost“, und er fügte eine persönliche Bemerkung hinzu: Ein Schlag mit der Axt reißt nun den Baum nieder, der so viel Laub geworfen hatte.111 Ab dem 1. September distanzierte er sich von der neuen Art der „Reichspost“, die nach der Verhaftung des Chefredakteurs Friedrich Funder im März 1938 an der Politik des Regimes ausgerichtet und Ende Sep- tember eingestellt wurde112. In den folgenden „Quindicine“ wurde auch von Angriffen auf Österreichs konfessionelle Schule berichtet, die immer gnaden- loser und repressiver wurden113. Die letzte Ausgabe vom 16. Oktober endete mit einem langen Bericht De Gasperis über die immer dichteren Angriffe des Naziregimes auf die österreichische Kirche trotz des anfänglichen Nachge- bens der österreichischen Bischöfe gegenüber dem Nationalsozialismus. Die Gleichstellung der Privatschulen wurde widerrufen, geistliche Lehrende wurden von den öffentlichen Schulen entfernt, der Religionsunterricht ist nicht mehr obligatorisch, sondern fakultativ, die Gebete zu Beginn und am Ende der Unterrichtsstunden sind verboten, einige bischöfliche Gymnasien wurden ge- schlossen […] und die „Reichspost“, die selbst aufgehört hat zu leben, scheint mit ihrem Tod das Ende von solch inbrünstigen Illusionen zu bestätigen. Zum Gegenstand der Attacken des Regimes wurden Kardinal Theodor Innit- zer, die Theologische Fakultät Salzburg und jegliche auch noch so zaghafte Form des Widerspruchs der Kirche gegenüber der Politik des Regimes114. Die „Illustrazione Vaticana“ stellte ihre Publikation mit dieser Ausgabe ein und somit schloss „La quindicina internazionale“, was Österreich und Zent- raleuropa allgemein betraf, besonders bitter: Es ist ein weiterer Rückschlag, den die Katholiken der tristen Bilanz Zentraleuropas hinzurechnen müssen115. 110 Spectator, QI, 1. Mai 1938 2707. (Übers. d. Verf.) 111 Spectator, QI, 16. Juni 1938 2729. (Übers. d. Verf.) 112 Spectator, QI, 1. September 1938 2757 f. 113 Spectator, QI, 16. September 1938 2763; 1. Oktober 1938 2772 f. 114 Spectator, QI, 16. Oktober 1938 2773 ff. (Übers. d. Verf.) 115 Ebd. 2775. (Übers. d. Verf.)
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung