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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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128 Luca Riccardi Kanzler um Kontinuität bemüht. Noch am Tag vor der Überreichung des Be- glaubigungsschreibens traf er Salata und sicherte ihm zu, dass er auch in der neuen Funktion seine wichtigste „Kontaktstelle“ zu Rom bleibe. Schuschnigg wollte ihn als Kanal für der eigentlichen Außenpolitik ferne Themen115 nutzen und auf diese Weise die Unterstützung des Palazzo Venezia gewinnen. Für Mus- solini war Österreich aber nicht mehr von substanzieller Bedeutung, sondern Teil der komplexen Beziehungen zu Nazideutschland. Es war nicht das erste Mal, dass Schuschnigg versuchte, mithilfe Sala- tas herauszufinden, in welche Richtung Mussolinis Absichten gingen. Auch kurz nach Unterzeichnung des Juliabkommens hatte er gegenüber Salata die Bedeutung einer italienischen Garantie betont. Dieser versuchte am 22. Juli, den österreichischen Kanzler zu beruhigen, gab aber seiner „persönlichen Meinung“116 Ausdruck, wonach eine italienische Garantie unangebracht und der Verweis auf die Römischen Protokolle im Abkommen mehr als ausrei- chend sei. In den Augen Salatas lag die Zukunft Österreichs auf jeden Fall in den Händen Italiens und dessen Verhältnis zu Berlin: Entweder dauern unsere Beziehungen zu Deutschland wie sie jetzt sind fort oder sie werden enger und dann versteht es sich eine italienische Garantie von selbst […] Oder die italienisch-deutschen Beziehungen verändern sich und in diesem Fall würde automatisch das Interesse und der Wille Italiens wieder entstehen, die Unabhängigkeit Österreichs gegen jede Bedrohung zu schützen, so wie es am 25. Juli 1934 der Fall war.117 In den folgenden Wochen begann Salata die Veränderung des politischen Kli- mas zu begreifen. Der Gesandte sprach gegenüber Außenminister Galeazzo Ciano von einem „schweren Missverständnis“ hinsichtlich Österreichs Zu- kunft und der Beziehungen zu Deutschland: 115 Salata an Ciano, 3. September 1936, ebd., CS, b. 275, f. 1909. (Übers. d. Verf.) 116 Riccardi, Francesco Salata 388. 117 Salata an Ciano, 22.–23. Juli 1936, DDI, serie VIII, Bd. IV, d. 607 (Übers. d. Verf.).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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