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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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143 Die katholische Welt Italiens und der christliche Ständestaat Das Bedürfnis, die Ursprünglichkeit des christlichen Menschenbilds des Korporativismus zu unterstreichen, sich gleichzeitig aber gegenüber dem fa- schistischen Wirken im korporativen Bereich nicht feindlich zu zeigen, wur- de in einem Artikel von Don Jacopo Banchi zum Ausdruck gebracht. In den Kolumnen der „Gioventù Italica“ merkte er an, dass für die Katholiken die Korporation frei, autonom, repräsentativ für die Klasse und den Beruf, sogar fern von jedem politischen Zweck sein müsse; die Tatsache, dass diese ein Staats- organ zur Führung und Kontrolle des gesamten nationalen Wirtschaftslebens werde, sei eine originelle Idee Mussolinis, die einen ganzen sozialwirtschaftlichen Prozess revolutioniert. Andererseits hob Banchi die geschickte Vorsicht hervor, mit der der Faschismus nach 12 Jahren die Umsetzung des Ständestaats vollenden wollte. Seine Überlegungen beendete er auf eine Art und Weise, die kaum wie eine Distanzierung von der Regierungspolitik klang: Jede Art des gesellschaftlichen Lebens hat ein Vertretungssystem gehabt, das es zum Ausdruck brachte, und die demokratischen Parlamente sind die Vertretung einer atomistischen und individua- listischen Gesellschaft, die in Italien bereits untergangen ist37. Die einige Monate später in der gleichen Zeitschrift publizierten Ausführungen von Francesco Vito lauteten ähnlich. Anlässlich der 19. „Sozialen Woche“ der italienischen Katholiken hob er die Notwendigkeit einer vollständigen Regelung der Beschäfti- gungsverhältnisse hervor, die nicht außerhalb des Staats umgesetzt werden konnte und die vor allem einheitlich, nach klar definierten Kriterien sein musste im Hin- blick auf die Verteidigung der menschlichen Persönlichkeit, welche durch die Arbeit offenbart wird. Angesichts dieser Forderungen, so schlussfolgerte Vito, zeigt uns die korporative Ordnung der Gesellschaft das passende System zur Verwirkli- chung dieser Regelung38. Auch die FUCI und das Movimento Laureati di Azione Cattolica, das Ende 1932 von Igino Righetti und Monsignore Giovanni Battista Montini ge- gründet wurde und sich aus der FUCI entwickelte, beschäftigten sich mit dem Thema des Korporativismus. Dabei nahmen sie sich Beiträgen und Be- trachtungen von der FUCI und der Azione Cattolica nahestehenden Intellek- Corporazione, Ebd. 412 f.). Im April 1935 brachte die Zeitschrift eine Einführung des bereits erwähnten Band I problemi fondamentali dello Stato corporativo heraus, in: Bollettino Uffi- ciale dell’Azione Cattolica Italiana 4 (1935) 118 f. 37 Jacopo Banchi, Dal socialismo al corporativismo di Stato, in: Gioventù Italica 4 (1934) 121 f. (Übers. d. Verf.) 38 Francesco Vito, I problemi morali del lavoro, in: Gioventù Italica 2 (1935) 39. (Übers. d. Verf.)
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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