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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 170 -
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170 Paolo Valvo Diesen Aussagen von Röpke wollte der Redakteur der Zeitschrift, der nie- mand anderes als Mario Bendiscioli war, präzisierend die folgende Randno- tiz hinzufügen: Röpke spielt auf die Tatsache an, dass in gewissen katholi- schen Kreisen innerhalb und außerhalb Österreichs der Ständestaat von Doll- fuß als die naturreine Verwirklichung der ‚Quadragesimo anno‘ dargestellt wird. Hinsichtlich der Bewertung des Autors betreffend die Absichten der österreichischen Katholiken erlauben wir uns einige Vorbehalte anzubrin- gen und verweisen auf unseren Band ,L’eredità politica di Dollfuss‘, Brescia, Morcelliana, 1934. Die Tatsache, dass zwölf Jahre nach der Ermordung von Dollfuß – und nach dem endgültigen Scheitern der korporativen österreichischen und itali- enischen Modelle – Bendiscioli es für notwendig hielt, die Relevanz der kriti- schen Beurteilungen Röpkes einzuschränken, indem er auf ein Buch verwies, das einen wichtigen Teil des „italienischen Kanons“ der Mythen um Dollfuß und den Ständestaat dargestellt hatte, ist ein vielsagender Beweis dafür, wie tief die Geschehnisse in Österreich in den Jahren zwischen den beiden Welt- kriegen das kulturelle Blickfeld jener Katholiken geprägt haben, welche die Debatte in Italien in den zwanzig Jahren des Faschismus geführt hatten. Un- ter Betrachtung des bis hierher aufgezeigten Weges lässt sich mit Sicherheit behaupten, dass der österreichische Ständestaat – abgesehen von den kon- kret erreichten Resultaten – in den 1930er-Jahren einen Bezugspunkt für die ideologische und politische Formung der italienischen Katholiken darstellte. Dazu zählen auch jene, die nach Kriegsende eine Hauptrolle einnahmen in der demokratischen Rekonstruktion Italiens, im Zeichen „einer Vision des Staats als unersetzbares Instrument für die Verbindung und Balance des öko- nomischen Handelns, der ethischen Forderungen, der Erfüllung (sprich die konkrete Ausführung, so wie es die Gegebenheiten und die Geschichte mit ihren sich ändernden Notwendigkeiten erfordern) des ‚Sinnes‘ der Politik“122. 122 Ornaghi, La concezione corporativa di Amintore Fanfani 194.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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