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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 178 -
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178 Karlo Ruzicic-Kessler annahm31. Für ihn war die Geheimrede ein Ereignis, das alle Ereignisse der letzten Jahre in den Schatten stellte 32. Die am 4. Juni erfolgte Veröffentlichung der Geheimrede durch die „New York Times“ konsternierte so manchen Genossen in den westeuro- päischen KPs33. Togliatti machte in der Ausgabe vom Juni 1956 von „Nuovi Argomenti“ die Unfähigkeit der sowjetischen Führung und Stalins für die Probleme in der Weltbewegung verantwortlich: [Es entstand] die progressive Überlappung persönlicher mit demokratischer und kollektiver Macht, und damit die Ausbreitung von Phänomenen der Bü- rokratisierung, der Verstöße gegen die Legalität, die Stagnation, und zum Teil die Degeneration […] diese Überlappung war partiell und vor allem in den höchsten Kreisen der Macht und der Partei manifest. […] [M]an kann aber daraus nicht ableitet, dass die Fundamente der sowjetischen Gesellschaft zer- stört wurden.34 Für Togliatti war das kommunistische System nunmehr polyzentrisch gewor- den und es gab somit nicht eine einzige Führung, sondern einen Prozess, der unterschiedliche Wege beschritt. Trotz allem sei das sowjetische System das Bes- te, da es – von den stalinistischen Verbrechen abgesehen – eine völlig freie, demokratische Gesellschaft ermöglichte und die Gründung der Sowjetunion das wichtigste Ereignis der Zeitgeschichte darstellt[e]35. Franz Marek verfolgte diese Ereignisse und ließ in einer Sondernummer von „Weg und Ziel“ die Thesen 31 Da Gramsci a Berlinguer. La via italiana al socialismo attraverso i congressi del Partito comunista italiano, Vol. III, 1956–1964, hrsg. von Francesco Benvenuti (Roma 1985) 18 f. 32 Indro Montanelli, Mario Cervi, Storia d’Italia. Vol. XVIII, L’Italia dei due Governi 1955–1965 (Milano 2011) 34–36; Palmiro Togliatti, Il XX congresso del partito comunista dell’Unione sovietica, in: l’Unità (14.4.1956); siehe auch: Marco Clementi, L’alleato Stalin. L’ombra sovietica sull’Italia di Togliatti e De Gasperi (Milano 2011); Marco Galeazzi, Togliatti e Tito. Tra identità nazionale e internazionalismo (Roma 2005); Roberto Gualtieri, Togliatti e la politica estera italiana. Dalla Resistenza al trattato di pace 1943–1947 (Roma 1995). 33 Felice Froio, Il PCI nell’anno dell’Ungheria (Roma 1980) 96; Alessandro Frigerio, Bu- dapest 1956. La macchina del fango. La stampa del PCI e la rivoluzione ungherese. Un caso esemplare di disinformazione (Torino 2016) 30; Spagnolo, Togliatti e il movimento comunista 254. 34 Intervista a Togliatti, in: Nuovi Argomenti 20 (1956); Togliatti. Opere, IV, hrsg. von Luciano Gruppi (Roma 1986) 125–147; Höbel, Il PCI e il 1956 71–92. (Übers. d. Verf.) 35 Ebd.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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