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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 183 -
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183 Franz Marek und der italienische Kommunismus unter dem Titel „Probleme der kommunistischen Weltbewegung“, der in der „Volksstimme“ erschien59, hatte eine besondere Bedeutung für die italienische Partei, die diesen in ihrem Parteiorgan abdruckte60. Marek habe in seiner Rede klargemacht, dass die Kubakrise die Divergenzen in der kommunistischen Bewegung klar zum Vorschein gebracht hätte. Die chinesische KP habe in der Krise und ihrer Lösung einen Sieg der imperialistischen Kräfte gesehen: Die Meinungsverschiedenheiten mit den chinesischen Genossen sind offen- kundig darauf zurückzuführen, dass sie die Grundgedanken des XX. Partei- tages [der KPdSU] – über die Politik der Koexistenz, über die Wege zum So- zialismus, über die Verurteilung des Personenkults – ablehnen.61 Marek meinte, dass es eine tiefe Spaltung in der Frage des Krieges und des Friedens gebe und sich die chinesischen Genossen nicht der Linie der friedli- chen Koexistenz anschlossen, was falsch sei. Die italienischen Kommunisten sahen in dieser Interpretation den richtigen Weg mit der Krise umzugehen und bekräftigten in „l’Unità“ die Worte des österreichischen Kommunisten. Unter diesen Voraussetzungen verwundert es auch nicht, dass Marek anläss- lich der Diskussion zur „Friedlichen Koexistenz“ im November 1963 nach Florenz eingeladen wurde: Die Debatte fand unter Führung von namhaften Persönlichkeiten kommunistischer Medien statt, darunter Mario Alicata (Direktor „l’Unità“), Lucio Libertini (Direktor „Mondo Nuovo“), Jean Duret („Conseil économique“ der CGT), Serge Mallet („France Observateur“) und Marek von „Weg und Ziel“ 62. Am 21. August 1964 verstarb Palmiro Togliatti auf der Krim. Die Koin- zidenz von Togliattis Ableben mit der Formulierung seines als „Memorandum von Yalta“ in die Geschichte eingegangenen Statements für die sowjetische Führung bedeutete einen Meilenstein in der Entwicklung des „Polyzentris- mus“ und machte den Weg zum „Eurokommunismus“ frei. Das Memoran- dum war als persönliche Mitteilung an Chruschtschow und die sowjetische Führung gedacht. Togliatti besprach darin Fragen der internationalen Bewe- 59 Probleme der kommunistischen Weltbewegung, in: Volksstimme (9.1.1963). 60 Critiche americane e austriache al P. C. cinese, in: l’Unità (12.1.63). 61 Ebd. 62 Dibattito sulla coesistenza pacifica, in: l’Unità (3.11.1963).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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