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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 185 -
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185 Franz Marek und der italienische Kommunismus Obschon Marek weiterhin an seiner Treue zur Sowjetunion festhielt, war er vom Reformgedanken angesteckt worden. Diesen artikulierte er gemeinsam mit einigen reformorientierten Genossen an der Spitze der KPÖ durch das während des XIX. Parteitages von 1965 beschlossene Programm – das von der Politik des PCI inspiriert war – und gerade im Hinblick auf Autonomie und Demokratie weiter als andere KPs ging. Damit begann ein Kapitel der Reform und eine Art früher „Eurokommunismus“ in der österreichischen KP. Marek leitete diese Entwicklungen federführend und etablierte sich auch auf internationaler Ebene als Reformer70. Damit entwickelte sich auch das theore- tische Organ der Partei „Weg und Ziel“ zu einer wichtigen Diskussionsplatt- form für die Abläufe in der Weltbewegung71. Zwar rezipierte man diese Posi- tionen im PCI, für die österreichische Partei hatte man aber kaum Hoffnung. Man erkannte den Mut vieler Genossen in der Kritik an den Entwicklungen in der KPÖ und die von etlichen Seiten zitierten Gedanken Togliattis über die Isolation der Partei und die Kritik am sowjetischen Modell waren für den PCI erstaunliche Entwicklungen. Dennoch glaubte man in Rom nicht an eine Veränderung und sah den Parteisekretär Friedl Fürnberg fest im Sat- tel. Seine Ablöse durch Franz Muhri beim Parteitag und die Übernahme der Parteileitung durch eine reformorientierte Mehrheit dürften überraschende Wendungen gewesen sein72. 5. Reformkurs und Diskussion in der Weltbewegung Ein weiteres Kapitel stellt die Rolle Mareks im Zusammenhang mit dem itali- enischen Kommunismus und den Reformen der 1960er Jahre noch klarer zur Schau. Es handelt sich dabei um die Treffen zwischen Vertretern westeuropäi- scher kommunistischer Parteien. In diesen sollte die Aktion der Parteien im kapitalistischen Westen koordiniert und ihre Eigenständigkeit unterstrichen 70 Für Details und eine ausgezeichnete Analyse der Frage wie der Begriff „Eurokommu- nismus“ zu deuten ist: Maximilian Graf, Frühstart. 71 Ebd. 72 Nota sul congresso del Partito Comunista Austriaco (Direzione del P.C.I. Sezione Este- ri), FIG, APCI, 1965, Esteri, mf. 527, 1787–1791.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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