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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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224 Maximilian Graf an: Ich frage mich, wen Berichte aus Österreich wohl stören können, doch nur die Democristiani und die Kommunisten, die beide kein Interesse haben, zu viel über ein Land mit einer gut funktionierenden sozialdemokratischen Alleinregierung zu sehen und zu hören.56 Die italienische Innenpolitik blieb jedenfalls abwechslungsreich. Be- reits 1978 war nach einer Unzahl von Wahlgängen mit Alessandro Pertini der erste sozialistische Präsident der Italienischen Republik gewählt worden. Bei den Parlamentswahlen 1979 waren DC und PSI konstant geblieben, der PCI hatte fast vier Prozent verloren. Daraufhin lebten die als Pentapartito bekann- ten Mitte-Links-Regierungen unter Beteiligung des PSI zunächst in Form zweier Kabinette unter der Führung von Francesco Cossigas (DC) wieder auf. Die Regierung seines Nachfolgers Arnaldo Forlani (DC) stürzte über den „P2-Skandal“. Das vierte und das fünfte Kabinett dieser Legislaturperiode wurden ab Juni 1981 vom ersten nicht-christdemokratischen Regierungschef der Italienischen Republik Giovanni Spadolini (Partito Repubblicano Italia- no) geführt. Ihm folgte bis zu den nächsten Wahlen Amintore Fanfani (DC). Soweit die Kurzfassung von innenpolitischer Kurzlebigkeit und politischem Wandel in Italien, die den Hintergrund von Kreiskys letzter Legislaturperio- de in Österreich darstellte und die Weiterentwicklung des Verhältnisses zu Italien zumindest aus österreichischer Sicht alles andere als einfach machte. Angesichts der fragilen innenpolitischen Lage Italiens, verfolgte Kreisky die Frage einer möglichen Kooperation von PSI und PCI weiter aufmerksam. Er ließ sich die Berichte der Botschaft Rom über das Treffen zwischen Craxi und Berlinguer am 20. September 1979 vorlegen. Daraus ging hervor, dass es die Grundlinie der Begegnung war, die Linksparteien nicht „gegeneinander ausspie- len zu lassen“, sondern vielmehr mit gemeinsamen Initiativen die DC in die Zange zu nehmen und dazu zu bringen, ihre „Vorurteile“ sowohl gegen eine kommunistische Regierungsbeteiligung wie gegen einen sozialistischen Ministerpräsidenten aufzuge- ben. Zudem hatte man sich auf einen publizistischen Waffenstillstand verstän- digt. Das Fazit der Botschaft lautete dennoch: Die Aussprache Berlinguer-Craxi zeitigte also für das Verhältnis PCI-PSI politisch relevante, aber sachlich wie zeitlich doch auf vorwiegend taktische 56 Kreisky an Craxi, Wien, 11. Oktober 1979, Kreisky Archiv, Prominentenkorrespon- denz, Box 13.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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