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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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242 Gianvito Galasso tritt. Grund dafür war sowohl die geografische Nähe zu Italien als auch die Tatsache, dass Österreich bereits Mitglied der Europäischen Freihandelsas- soziation war, die neben der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft an den Verhandlungen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beteiligt war. Ziel war die Schaffung einer großen Freihandelszone, die auf freiem Personen-, Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr zwischen den Mit- gliedstaaten basiert14. In den Erklärungen des französischen Präsidenten Mit- terand und des Vizepräsidenten der Kommission der Europäischen Gemein- schaften, Filippo Maria Pandolfi, wurde die Stellungnahme der italienischen Regierung positiv bestätigt. Österreich und Schweden wurden darin als die zwei einzigen Bewerberländer genannt, deren Beitritte zur EWG zügig vor- angebracht werden sollten, da ihre Mitgliedschaft dem gemeinschaftlichen Europa helfen würde, die kontinentale Verantwortung besser wahrzuneh- men. Bei einer Anhörung des Sonderausschusses der italienischen Abgeord- netenkammer für europäische Gemeinschaftspolitik zu den Ergebnissen der Tagung des Europäischen Rats in Maastricht vom 9. und 10. Dezember 1991 brachte insbesondere der Europäische Kommissar den beiden neutralen EWG-Beitrittskandidatenländern wertschätzende Worte entgegen. So stelle Österreich einen „Dreh- und Angelpunkt“ für jenen Teil des Kontinents dar, der die Tschechoslowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien umfasse; glei- ches gelte für Schweden in Bezug auf das Baltikum15. Nicole Pietri zufolge ließen die Ereignisse in Europa nach dem Fall der Berliner Mauer sowie die laufenden Verhandlungen zur Schaffung des Europäischen Wirtschaftsraums die Unsicherheiten bezüglich der Vereinbar- keit von Österreichs international gültiger Neutralität mit einer EWG-Mit- gliedschaft in den Hintergrund rücken16. Aus den Reihen des Europäischen 14 Atti Parlamentari, Senato della Repubblica, X. Legislaturperiode, 407. Sitzung, Ver- sammlung, stenografischer Bericht, 3. Juli 1990, 8. Das Gründungsabkommen des Europäi- schen Wirtschaftsraums wurde am 2. Mai 1992 in Porto von der Europäischen Wirtschafts- gemeinschaft und Österreich, Finnland, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweden und der Schweiz unterzeichnet. Abgesehen von der Schweiz, wo in einem Volksreferendum die Ratifizierung des Abkommens abgelehnt wurde, trat es am 1. Januar 1994 in Kraft. Für weiterführende Informationen zum EWR siehe Bino Olivi, L’Europa difficile. Storia politica dell’integrazione europea 1948–2000 (Bologna 2000) 400–404. 15 Atti Parlamentari, Camera dei deputati, X. Legislaturperiode, Sonderausschuss für europäische Gemeinschaftspolitik, Sitzung vom 16. Dezember 1991, 8. 16 Pietri, L’Austria e l’integrazione europea 421. Zu den Auswirkungen der Ereignisse von 1989 auf den europäischen Integrationsprozess siehe Olivi, L’Europa difficile 333–341.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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