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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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270 Andrea Di Michele nicht über Südtirol sprechen wolle, weil dieses Thema das positive Klima der Zusammenarbeit gefährde. Italien reagierte erfreut und versprach eine „libe- rale“ Politik in Südtirol. Damit sollte der in Österreich vorherrschenden Skep- sis hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit Italien entgegengewirkt werden44. Österreichs Schwäche kam durch den Inhalt des in Rom unterzeichneten Vertrages deutlich zum Ausdruck. Italien garantierte Österreich Schutz im Falle von Angriffen, die seine Grenzen infrage stellten und unterstützte die Bestrebungen Österreichs, dem Völkerbund beizutreten. Der Preis, der dafür zu zahlen war, war jedoch hoch und führte de facto dazu, dass sich die öster- reichische Außenpolitik Rom unterordnete. Österreich verpflichtete sich, die italienische Regierung über politische und wirtschaftliche Verhandlungen mit anderen Staaten zu informieren und keinem Bündnis auf Grundlage der Nachfolgestaaten der Donaumonarchie beizutreten. Die Minderheitenfrage – und allen voran die Südtirol-Problematik – wurde in dem Vertrag nicht be- rührt, sie wurde zur inneren Angelegenheit Italiens45. Die Ausklammerung der Südtirol-Problematik aus dem Nitti-Renner-Abkommen macht die Schwä- che Österreichs deutlich, das nicht in der Lage war, sich für seine Minder- heit südlich des Brenners einzusetzen. Das Abkommen veranschaulicht, dass trotz aller Gegensätze die bilaterale Zusammenarbeit oberste Priorität hatte und die Südtirolfrage keinen Keil zwischen beide Länder treiben sollte. 4. Der Faschismus Der Faschismus führte die Pläne des liberalen Italien fort, die darauf abziel- ten, sich im Donauraum und am Balkan wirtschaftlich und finanziell zu po- sitionieren. Wie auch die liberalen Vorgängerregierungen sah der Faschismus in Österreich ein wichtiges Element seiner Politik. Noch bevor Mussolini an die Macht kam, verkündete er, dass Italien Österreich ernsthaft und unverzüg- lich helfen hätte müssen; [...] Italien hätte sein Möglichstes tun müssen, um eine Katastrophe in Österreich abzuwenden und dies selbstverständlich nicht aus emotionalen Gründen, sondern aus rein politischen: Wir sagen, dass Italien sei- 44 Irmtraut Lindeck-Pozza, I rapporti austro-italiani dal trattato di St. Germain all’avven- to al potere del fascismo, in: Storia e Politica 13/1–2 (1974) 1–16, hier: 7. 45 Malfèr, Wien und Rom nach dem Ersten Weltkrieg; Monzali, „Cancellare secolari fraintendimenti“.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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