Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 274 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 274 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 274 -

Bild der Seite - 274 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 274 -

274 Andrea Di Michele nischen Botschafters aus Wien. Einige Monate später sprach der österreichi- sche Kanzler vor dem Plenum des Völkerbunds und forderte die Einführung von Minderheitenrechten im Statut dieser internationalen Organisation56. Damit lenkte er die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Tatsache, dass der Friedensvertrag Italien als Siegermacht in keinerlei Weise dazu verpflichtete, den Schutz seiner Minderheiten, die zu Kriegsende annektiert wurden, zu garantieren. Damit erreichten die Spannungen zwi- schen Wien und Rom ihren Höhepunkt. Gleichzeitig war es jedoch auch ein Wendepunkt, denn nun kam es zu einer raschen Verbesserung der Beziehun- gen zwischen den beiden Ländern. Die wirtschaftlichen Beziehungen, allen voran der Einsatz von italienischem Kapital in der österreichischen Wasser- kraft, fungierte hierbei als Motor, die Politik ordnete sich den wirtschaftli- chen Interessen unter. 1929 konnte Mussolini durch die Unterzeichnung der Lateranverträge einen großen Imageerfolg erzielen, der sich auch positiv auf das Verhältnis zum katholischen Österreichs und zu den Christlichsozialen auswirkte. Hinzu kam die immer enger werdende Beziehung zwischen den Heimwehren und dem italienischen Faschismus, die ideologischer, aber auch organisatorischer, militärischer und finanzieller Natur war. All dies ist in einen Kontext eingebettet, in dem die paramilitärischen Milizen in der öster- reichischen Innenpolitik immer mehr an Bedeutung gewannen. Mussolini unterstützte die Heimwehren wirtschaftlich und forderte dafür, dass sie sich nicht in Südtirol einmischen sollten. Die Südtirol-Problematik führte in den Jahren nach dem Ersten Welt- krieg immer wieder zu schwerwiegenden Spannungen, beeinflusste das bi- laterale Verhältnis jedoch nicht grundlegend. Die gemeinsamen Interessen Roms und Wiens sowie die Machtverhältnisse zwischen den beiden Staaten, die unausgeglichen und für Italien von Vorteil waren, verhinderten, dass dieses Thema die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nachhaltig ge- fährdete. 56 Furlani, Wandruszka, Austria e Italia 200 f.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung