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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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277 Südtirol zwischen Österreich und Italien in den 1930er Jahren beitung des Austrofaschismus in den letzten Jahren in Österreich, auch wenn in den dazu einschlägigen Publikationen die Rolle Südtirols mit freundlichem Desinteresse weitgehend unberücksichtigt bleibt. Dabei machen vor allem die- se Untersuchungen zunehmend klar, dass die Beziehungen Österreichs zum faschistischen Italien zu den „zentralen Determinanten für die politische Ent- wicklung Österreichs in den 1930er-Jahren“ zählt3. Diesen Befund bestätigt auch die vorliegende Untersuchung, deren These somit wie folgt lauten kann: Waren sich die beiden Staaten zwar seit 1915 in „offener Feindschaft“ gegen- übergestanden, wandelte sich danach, in den 1930ern, das Verhältnis schnell. Die verbesserten Verbindungen zu Italien waren sogar mitentscheidend für die Entstehung des autoritären Staates in Österreich und bestimmten nach- haltig das außenpolitische Verhältnis des Landes v.a. zu Deutschland, aber auch zur Kleinen Entente (Tschechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien) sowie zu Ungarn. Gleichzeitig war eine freundschaftliche Nachbarschaft zu Öster- reich auch für Italien bedeutend: Denn, vor allem der Abessinienkrieg 1935 und die damit zusammenhängenden Sanktionen des Völkerbundes sowie die internationale Ächtung isolierten das Mittelmeerland zusehends. War Öster- reich bis dahin als Schutzzone und Puffer gegen vermutete Expansionsbestre- bungen des nationalsozialistischen Deutschlands gesehen worden, so wurde der Austausch mit Wien nun zur wichtigen politischen und wirtschaftlichen Lebensader, auch wenn die freundschaftlichen Beziehungen zum Deutschen Reich zunehmend zum bestimmenden Faktor der italienischen Außenpolitik wurden. Mitten in diesem Beziehungsdreieck – im politischen, wie im geogra- phischen Sinne – befand sich Südtirol: Es stand vor allem wegen der in Öster- reich (und generell unter Nationalsozialisten) nicht ruhen wollenden Ressen- timents aufgrund der Abtrennung des Gebietes an Italien und wegen der Be- handlung der deutsch/ladinischen Minderheit durch Mussolinis Faschisten gleichsam als emotionaler und politischer (zugleich aber auch als kalmier- barer – so glaubte zumindest die Dollfuß-Regierung) Störenfried zwischen dem deutschsprachigen und dem italienischsprachigen Raum. Jenseits der damit weiterhin heiklen und aktuell bleibenden Frage der Brennergrenze 3 Helmut Wohnout, Bundeskanzler Dollfuß und die österreichischitalienischen Bezie- hungen 1932–1934, in: Das Dollfuß/Schuschnigg-Regime 1933–1938. Vermessung eines For- schungsfeldes, hrsg. von Florian Wenninger, Lucile Dreidemy (Wien 2013) 601–631, hier: 601.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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