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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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282 Eva Pfanzelter und Paris. Dieses Abkommen sollte die Unabhängigkeit Österreichs und die Nicht-Einmischung in Österreichs interne Angelegenheiten zusätzlich garan- tieren. Einen Vorschlag Mussolinis zum Abschluss eines bilateralen Vertra- ges zur militärischen Beistandspflicht zwischen den beiden Ländern lehnte Schuschnigg allerdings ab12. Die Verhandlungen zwischen Frankreich, Großbritannien, Italien und Österreich führten zu diesem Zeitpunkt allerdings letztlich ins Nichts, weil die Interessen der drei involvierten Mächte zu unterschiedlich waren. Italien und Österreich konnten sich beispielsweise in Bezug auf die Berücksichti- gung der Interessen der Kleinen Entente nicht einig werden, da Italien den Balkan als sein natürliches Einflussgebiet ansah. Am Ende der Konsultatio- nen stand am 27. September 1934 lediglich eine leicht veränderte Version der bereits im Februar abgegebenen Erklärung, die die Notwendigkeit unter- strich, Österreich als eigenständigen Staat (soweit es die vorhandenen Verträ- ge ermöglichten) zu erhalten. In den darauffolgenden Monaten wuchs jedoch sowohl in Rom als auch in Paris die Überzeugung, dass Österreich tatsäch- lich mehr als diese Erklärung zum Erhalt seiner Eigenständigkeit benötigte. Die beiden Länder verhandelten also mit Wien weiter13. Tatsächlich war die europäische Konstellation 1935 ein letztes Mal günstig. In Vorbereitung auf Abessinien verbündete sich Mussolini bei der Konferenz von Stresa im April noch einmal mit England und Frankreich gegen das Deutsche Reich. Es war ein letzter Solidaritätsakt gegen die Expansionspolitik Hitlers. So einigten sich die drei Mächte im Rahmen der Konferenz, in der es um die Zukunft Afrikas und die politische Ordnung in Europa ging, auf diplomatischen Aus- tausch, sollte Österreichs Selbständigkeit bedroht werden. Noch einmal wur- den die Abkommen der Mächte aus dem Jahr 1934 herangezogen und die Not- wendigkeit unterstrichen, die Unabhängigkeit und die Unversehrtheit Österreichs aufrechtzuerhalten14. Die Beziehungen der beiden Länder gestalteten sich also zumindest in der ersten Hälfte der 1930er-Jahre freundschaftlich, auch wenn vor allem im- mer wieder auftretende Problemfälle, wie es eben Südtirol war, eine Mitein- beziehung der Haltung des Deutschen Reiches in die Überlegungen sowohl 12 Ebd. 163–166. 13 Ebd. 166–170. 14 Zit. n. Anton Hopfgartner, Kurt Schuschnigg. Ein Mann gegen Hitler (Graz 1989) 154.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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