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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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284 Eva Pfanzelter tig einen Ausgleich mit Deutschland zu erreichen18. Es wurde ein Organ für ständige gegenseitige Konsultationen, zusammengesetzt aus den Ministern für auswärtige Angelegenheiten, geschaffen. Auch wurde festgehalten, dass kei- ner der Staaten im Alleingang die Frage der Donaustaaten aufnehmen solle19. Die Protokolle behielten bis März 1938 ihre Gültigkeit, doch der sich nun rapi- de wandelnde außenpolitische Handlungsspielraum Italiens verringerte die Bedeutung der Abkommen erheblich. Ausschlaggebender Faktor dafür war das sich ändernde Verhältnis zwischen Italien und Deutschland. Während Schuschnigg trotz internationaler Isolation weder bereit war, eine grundsätz- liche Oppositionshaltung zu Deutschland einzunehmen, noch eine offensive Annäherung an Hitler zu betreiben, entfernte sich Italien nun aus strategi- schen Überlegungen zusehends von seiner protektionistischen Haltung ge- genüber Österreich. Die Frage nach der Sicherung der Unabhängigkeit Öster- reichs rückte im Zuge der – zunächst hauptsächlich durch das Deutsch Reich vorangetriebenen – deutsch-italienischen Annäherung merklich in den Hin- tergrund bzw. nahm eine neue Richtung ein: Bereits zu Beginn 1936 deutete sich diese gewandelte Position Mussolinis an: In einem Gespräch mit dem deutschen Botschafter, von Hassell, meinte er nun, nichts dagegen einzuwen- den zu haben, sollte Österreich als „formell unbedingt selbständiger Staat“ ein Satellit Deutschlands werden20. Die Annäherung zwischen Italien und Deutschland wurde in der Folgezeit zunehmend sichtbar und kulminierte schließlich im Stahlpakt 1939. Die Annäherung Deutschland-Italien wirkte sich auch folgenschwer auf die Beziehungen des Mittelmeerlandes zu Österreich aus: Italien drängte Österreich nun konsequent auf eine Normalisierung der Beziehungen zum deutschen Nachbarn. Bei einem Treffen Schuschniggs mit Mussolini im Juni 1936 erklärte der italienische Diktator dann auch unumwunden, dass es Ita- lien leichter fiele, Österreich zu helfen, wenn beide Staaten gute Beziehungen zum Deutschen Reich unterhielten21. Für Österreich waren damit und auf- grund des zunehmenden Drucks aus Deutschland auch innenpolitische Ent- scheidungen verbunden: Trotz Aufrechterhaltung des nationalsozialistischen 18 Zit. n. Hopfgartner, Kurt Schuschnigg 165. 19 Ebd. 20 Zit. n. Ebd. 159. 21 Ebd. 166–168.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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