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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 307 -
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307 Die katholische Kirche in Südtirol 1918–1940 wurden Apostolische Administraturen als „Quasi-Bistümer“ geschaffen, um die Kirchenleitung vor Ort pragmatisch zu gewährleisten. Nicht nur durch die Etablierung provisorischer Strukturen, sondern auch personalpolitisch kam man den Tirolern entgegen. Nicht anders wird man die Ernennung des umsichtigen und sozialpolitisch ambitionierten Si- gismund Waitz zunächst zum Delegatus Sanctae Sedis, ab dem 9. April 1921 zum Apostolischen Delegaten für die alten Brixner Gebiete in Österreich zu deuten haben. An sich wäre er der geborene Kandidat für den seit dem 18. Mai 1918 vakanten Brixner Stuhl gewesen, doch hätte die italienische Regierung aufgrund seiner politischen Positionen sicher nicht ihr Placet, das erforder- liche Exequatur, gegeben. Einen Brixner Weihbischof zum Quasi-Bischof von Innsbruck zu bestellen, schien ein idealer Schachzug. Ludwig von Pastor kol- portiert die Begründung Benedikts XV. für seine Wahl: Entscheidend war ihre [= die österreichische] Vorstellung, dass die Abtrennung Nordtirols von den Feinden der Kirche als Sanktion des Friedens von St. Germain ausgebeutet werden dürfte.15 Der Papst hatte bei dieser Entscheidung nicht nur die internationale Politik, sondern auch die Menschen vor Ort im Blick: Wir wollen nicht durch eine Ab- trennung Nordtirols auf den Friedensvertrag von St. Germain das Siegel drücken und der bereits schwer getroffenen Bevölkerung einen neuen Schmerz beifügen.16 3. Die zwanziger Jahre: Ungelöste Fragen und neue Konflikte Mit diesen rechtlichen und personellen Regelungen war freilich nur der Rah- men abgesteckt. Nun musste sich erweisen, wie die einzelnen Beteiligten ihn mit Leben füllen würden. Heikel blieb die Situation für die deutschen Gebiete des Bistums Tri- ent. Das lag sicher nicht an Fürstbischof Celestino Endrici17. Dieser hatte im Germanikum in Rom studiert, war 1904 durch den Kaiser zum Bischof no- miniert worden. Inwieweit er von irredentistischen Vorstellungen bestimmt war, ist schwer zu sagen. Jedenfalls war er 1916 unter Hausarrest gestellt 15 Ludwig von Pastor, Tagebücher, Briefe, Erinnerungen (Heidelberg 1950) 704. 16 Ebd. 708. 17 Celestino Endrici (1866-1940)–Vescovo di Trento (= Tagung Trient, 23.5.1991) (Trient 1992).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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