Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 335 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 335 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 335 -

Bild der Seite - 335 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 335 -

335 Die Revision der Staatsbürgerschaftsoptionen von 1939 korrektur vornehmen. Hatte man zuvor den Innocenti-Entwurf von 1946 als Ausgangspunkt für die Verhandlungen abgelehnt, so berief man sich ab so- fort ausdrücklich darauf67. Der Geist des Pariser Abkommens erlaube keinen Rückschritt, im Gegenteil, die Lösung müsse günstiger ausfallen. Die Konsultationen waren im Juni 1947 an einem toten Punkt ange- langt, wie Coppini in Wien konstatierte68. Freimütig erklärte er gegenüber Gruber, dass dies an den vorgefassten Meinungen der beiden Verhandlungs- partner liege. So glaube Italien, die österreichische Regierung würde die Rückkehr einer größtmöglichen Zahl von abgewanderten Südtirolern an- streben, um weiterhin eine nationalistische bzw. irredentistische Politik zu betreiben, Forderungen zu erheben und den „Alto Adige“ geistig und wirt- schaftlich von Italien abzutrennen. Auf der anderen Seite sei Österreich der Meinung, die italienische Regierung versuche die Rückkehr der Optanten zu unterbinden, um die Entnationalisierungspolitik fortzusetzen und Italiener anzusiedeln69. Diese Vorurteile galt es nach Coppini zu überwinden, wollte man in der Optantenfrage weiterkommen. Den Schwarzen Peter schob er aber ein- deutig Österreich zu. Während nämlich Italien und insbesondere De Gas- peri in Worten und Taten seinen guten Willens gezeigt habe, würden sol- che Gesten aus Österreich ausbleiben. So vermisste er etwa eine Erklärung Wiens, die nach Südtirol zurückkehrenden Umsiedler würden sich als loyale italienische Staatsbürger verhalten, im Gegenteil, hie und da würde sogar die Behauptung aufgestellt, das De Gasperi-Gruber-Abkommen sei nur eine Übergangslösung. Coppini schlug Außenminister Sforza mithin vor, gewisse österreichische Gegenvorschläge, die am 26. Juni überreicht wurden, anzu- nehmen, im Gegenzug aber eine offizielle Erklärung Wiens zu fordern, den Irredentismus der Südtiroler nicht zu unterstützen70. Diese Strategie fand in Rom Gehör und Silvio Innocenti machte gegen- über dem nunmehrigen SVP-Generalsekretär Otto von Guggenberg Andeu- 67 Gruber, Instruktionen an Legationsrat Kripp, Wien, 31. 7. 1947, in: Ebd., Dok. 228, 479. 68 Coppini an Außenminister Sforza, Wien, 24. 6. 1947. DDI X/6, Dok. 93, 130. 69 Ebd. 129. 70 Ebd. 130.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung