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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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346 Peter Thaler für immer abgeschlossen. Die zeitliche Verknüpfung der Anschlusswirklich- keit mit Krieg und Einparteienherrschaft schuf in den darauffolgenden Jah- ren erste Voraussetzungen für eine geistige Neuorientierung außerhalb der politischen Randgruppen. Den endgültigen Umbruch brachte aber das Jahr 1945, in dem die Alliierten in Österreich Einzug hielten. Nach 1945 Aus der totalen Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg erwuchs die Wiederbegründung der österreichischen Republik, zugleich aber auch die Besetzung durch die vier Siegermächte. Jeder Hinweis auf Österreichs deut- sche Bezugspunkte verknüpfte die österreichische mit der weitaus komplexe- ren deutschen Frage und erschwerte eine rasche und zufriedenstellende Ab- wicklung des Besatzungsregimes. Wenn Österreich seine volle Souveränität zurückgewinnen wollte, schien eine Abgrenzung von allem Deutschen daher eine patriotische Notwendigkeit15. Seitdem galt aber nicht bloß die Frage der politischen Unabhängigkeit als entschieden. Mit der Übernahme gesellschaftlicher Führungspositionen durch die Anhänger einer eigenständigen Österreichischen Nation kam ein darüber weit hinausgehender Erziehungsprozess in Gang. Nicht zuletzt dem Unterrichtswesen wurde dabei eine wichtige Aufgabe gesetzt. Das Parteipro- gramm der Österreichischen Volkspartei, der führenden politischen Kraft der ersten Nachkriegsjahre, verlangte von den Schulen: Zielbewußte Pflege des österreichischen Geistes und schärfste Betonung des eigenständigen österreichischen Kulturgutes... In den Schulen aller Stufen, einschließlich der Fachschulen, restlose Durch- dringung des Unterrichtes mit österreichischem Gedankengut und Heranbil- dung der Jugend zu bedingungslosen Österreichern... Intensivste Arbeit am Aufbau der österreichischen Nation, die starkes, stolzes österreichisches Staats- und Kulturbewußtsein formen muß.16 15 Siehe dazu etwa Erich Zöllner, Der Österreichbegriff: Formen und Wandlungen in der Geschichte (Wien 1988) 93. 16 Österreichische Parteiprogramme 1868–1966, hrsg. von Klaus Berchtold (Wien 1967) 376 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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