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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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361 Der Sonderfall: Südtirol und die Grenzen der österreichischen Nachkriegsnation österreichischen Nation wiederum hatte zwar vor allem in der Nachkriegs- zeit überzeugte Proponenten gefunden, sich aber auf Dauer nicht durchset- zen können. Die Zugehörigkeit zu einer österreichischen Willensnation lie- ße einerseits die Frage offen, ob dieser Wille sich gerade im Wunsch nach staatlicher Zugehörigkeit äußere; andererseits wiederum bedürfte eine bloße bewusstseinsmäßige Verbundenheit mit Österreich keiner kulturellen Son- derrechte für die deutsche Sprache. Somit verbliebe als Anknüpfungspunkt einer österreichischen Minderheit in Südtirol in erster Linie die österreichi- sche Staatsnation, die ja auch dem amtlichen Selbstverständnis der öster- reichischen Nachkriegspolitik entspräche. Damit beinhaltet der Status einer österreichischen Minderheit aber eine weitaus politischere Komponente als seine Alternativen als deutsch(sprachig)e oder Südtiroler Minderheit. 5. Schlussfolgerungen Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die deutschsprachigen Bewohner der ehe- maligen Habsburgermonarchie auf die Nachfolgestaaten verteilt. Von 12 Milli- onen Bürgern fanden sich nur wenig mehr als die Hälfte in der neuen österrei- chischen Republik wieder. Damit trennte sich die geschichtliche Entwicklung einer Bevölkerung, die sich zumindest im österreichischen Reichsteil als Teil eines einheitlichen deutschösterreichischen Staatsvolkes verstanden hatte. Trotz dieser unterschiedlichen politischen Wege bewahrten die Öster- reicher in der Zwischenkriegszeit ein besonderes Verhältnis zu ihren ehema- ligen Mitbürgern. Als einzige deutschsprachige Teilgruppe der Monarchie, die nunmehr einen eigenen Staat hatte, sahen sich die Bewohner der öster- reichischen Republik zu Solidarität mit ihren zu nationalen Minderheiten gewordenen Sprachgenossen aufgerufen. Da sich die österreichische Repub- lik ausdrücklich als deutscher Staat definierte, stand das deutsche Selbstver- ständnis dieser Minderheiten einer Zusammenarbeit nicht im Wege. Mit der nationalen Umorientierung Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich auch die Grundhaltung zu diesen Bevölkerungen. Als sogenannte Volksdeutsche fielen sie nach staatlicher Selbstauffassung nicht in den österreichischen Zuständigkeitsbereich. Dass man aufgrund der noch weitaus umfangreicheren Flüchtlingsströme ins Nachkriegsdeutsch-
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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