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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 372 -
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372 Federico Scarano und die „Dolomiten“25. Einen Kompromiss mit Italien lehnte er ab und kriti- sierte immer wieder die gemäßigte Führung von Amonn und Raffeiner. Mit ihm trat der gesamte Südtiroler Klerus für die Selbstbestimmung ein und auch der Fürstbischof von Brixen, Johannes Geisler, forderte eine Volksab- stimmung26. Geisler war allerdings auch im Vatikan schlecht angeschrieben, weil er sich 1940 für die Option ausgesprochen hatte – entgegen der Meinung von 80 Prozent des Südtiroler Klerus. Die Südtiroler Volkspartei war eine Sammelpartei, die, wenngleich katholisch gesinnt, alle Südtiroler Bevölkerungsgruppen, darunter die Op- tanten und die ehemaligen Nationalsozialisten, vereinen wollte. Ein bedeu- tender Kopf war Friedl Volgger, einer der wichtigsten Partner Gampers in der Südtiroler Widerstandsbewegung gegen die Option; er wurde von den Nationalsozialisten nach Dachau deportiert27. Das Parteiprogramm der SVP bestand lediglich aus drei Punkten, darunter die Selbstbestimmung Südti- rols. Das hieß eine Volksabstimmung und die Rückkehr zu Österreich.28. Auch die französischen Besatzungstruppen unterstützten den Anspruch auf Landeseinheit29. Großbritannien und die Vereinigten Staaten hatten schon während des Krieges die Wiederherstellung eines unabhängigen Österreichs befürwortet, etwa der britische Außenminister Anthony Eden im März 194330. Der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt unterhielt Kontak- te zum österreichischen Thronfolger Otto Habsburg, einem strikten Gegner des Nationalsozialismus und des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich. Im Sommer 1945 wurden in Südtirol häufig Habsburger-Fahnen ge- 25 Für eine kurze und präzise Zusammenfassung siehe Rudolf Lill, Südtirol in der Zeit des Nationalismus (Konstanz 2002) 237–238. 26 Siehe Josef Gelmi, Die Südtiroler Kirche und das Ende des Zweiten Weltkrieges in: Heiss, Pfeifer, Südtirol – Stunde Null? 141–151 und Ders., Fürstbischof Johannes Geisler (1882–1952). Eines der dramatischsten Kapitel der Südtiroler Geschichte (Brixen–Bressanone 2003). 27 Interessant sind auch die Memoiren, die seinen Einsatz für Südtirol vom Faschismus bis in die 1980er-Jahre beschreiben: Friedl Volgger, Mit Südtirol am Scheideweg, Erlebte Geschichte (Innsbruck 1984); in italienischer Fassung: Ders., Sudtirolo al bivio. Ricordi di vita vissuta (Bolzano 1985). 28 Ritschel, Diplomatie um Südtirol 204. 29 Siehe Klaus Eisterer, Französische Besatzungspolitik. Tirol und Vorarlberg 1945/46 (= Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte 9, Innsbruck 1991). 30 Zitierte Dokumente in Pastorelli, La politica estera 11.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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