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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 373 -
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373 Italien und die Südtirolfrage von De Gasperi bis Moro hisst31. Roosevelt hatte Otto und seinen Bruder Felix bereits am 7. März 1940 getroffen, dreimal traf er sich mit Zita, der letzten Kaiserin von Österreich, unter anderem am 11. September 1943 und am 15. September 194432. Vor al- lem Frankreich und das Vereinigte Königreich hatten erkannt, dass die Auf- lösung des Habsburgerreiches 1918 und die Schaffung der Nachfolgestaaten mit zahlreichen unterdrückten ethnischen und konfessionellen Minderheiten ein Fehler gewesen war. Karl Gruber, 36 Jahre jung, von 1945 bis 1953 österreichischer Außen- minister, beherrschte die englische Sprache auf ausgezeichnetem Niveau33. Er war kein Diplomat, sondern ein Elektrotechnik-Ingenieur. Zum Landes- hauptmann von Tirol und dann zum Außenminister von Österreich wurde er hauptsächlich aufgrund der Tatsache, dass er zu Kriegsende an der Spitze der Tiroler Widerstandsbewegung34 stand. Wie Deutschland waren auch Ös- terreich und seine Hauptstadt Wien in vier Besatzungszonen geteilt. Das gan- ze Land verfügte zwar nur über eine einzige Regierung, auf diplomatischer Ebene war es aber im Nachteil. Wie sowohl Pietro Pastorelli als auch Rolf Steininger gezeigt haben, wurde bereits am 14. September 1945 in London im Rahmen der dritten Sit- zung des Außenministerrats der Siegermächte von den Alliierten eine ers- te Entscheidung zugunsten Italiens getroffen. Aufgrund der Beschlüsse der Konferenz von Potsdam hatte dieses Gremium den Auftrag, über die Pro- bleme hinsichtlich des Friedensvertrages Überlegungen anzustellen35. Laut Steininger gaben alle ihr Einverständnis, Südtirol nicht an Österreich zu- rückzugeben, auch wenn der britische Außenminister Ernest Bevin kleine Änderungsvorschläge vorbrachte36, die jenen von Frankreich ähnelten. Auch Frankreich forderte leichte Grenzanpassungen wie die zwei kleinen Gebiete 31 De Napoli, Altoatesini 156. 32 Tamara Griesser-Pečar, Zita. Die Wahrheit über Europas letzte Kaiserin (Bergisch Gladbach 1992), 259, 266–268; Erich Feigl, Zita Kaserin und Königin (Wien–München5 1991) 407 f. Nützliche Informationen zu den Beziehungen mit Roosevelt siehe auch in: Gordon Brook-Shepherd, Zita die letzte Kaiserin. Biographie (Augsburg 1996) 357–399. 33 ASP 1945–1958 I, Doc 55. 34 Zu Gruber siehe seine Memoiren: Karl Gruber, Zwischen Befreiung und Freiheit. Der Sonderfall Österreich (Berlin 1953); Ders., Ein politisches Leben. Österreichs Weg zwischen den Diktaturen (Wien 1976); Gehler, Verspielte Selbstbestimmung, ad indicem. 35 Pastorelli, La politica estera 21–25; Steininger, Los von Rom 21 ff. 36 Ebd. 23.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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