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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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374 Federico Scarano La Brigue und Tende. Nach Steininger erschien Südtirol noch das geringste Problem unter all den anderen, die ebenfalls zur Diskussion standen. Der endgültige Vorschlag wurde in weniger als einer Minute ohne Gegenrede angenommen37. Die westlichen Alliierten fürchteten nach der Ernennung der Regierung Renner durch die Sowjets im April 1945, dass Österreich in den Einflussbereich Moskaus fallen würde. Gruber war aber der Auffassung, dass Österreich ein Teil des Westens sein sollte. Er war ein strikter Gegner der So- wjetunion und des Kommunismus38. Hauptziel seiner Außenpolitik war die Durchsetzung einer Volksabstimmung in Südtirol. Die UdSSR stand der erneuten Angliederung Südtirols an Österreich ablehnend gegenüber. Nach der schweren Niederlage der österreichischen kommunistischen Partei bei den Wahlen am 25. November 1945 und auf- grund der westlich orientierten Haltung Außenminister Grubers39, lehnte die UdSSR auch kleine Änderungen an der italienisch-österreichischen Gren- ze ab. Am 1. Mai 1945 bestätigte die Außenministerkonferenz den Verbleib Südtirols bei Italien. Am 24. Juni 1946, noch vor dem offiziellen Beginn der Friedenskonferenz und obwohl Großbritannien die Forderungen Österreichs unterstützte, wurden auch die Vorschläge in Bezug auf geringere Anpassun- gen abgelehnt. Am 30. Mai 1946 hatten Gruber und De Gasperi ihre Änderungswün- sche vorgestellt. Gruber schlug die Wiederangliederung des Pustertals, des Eisacktals und der Stadt Brixen an Österreich vor, um die direkte Kommuni- kation zwischen Nord- und Osttirol wiederherzustellen – immerhin ein Ge- biet mit 80.000 Einwohnern40. Der sowjetische Delegierte Andrej Vyšinskij sah darin keine kleine und unwichtige Änderung. Auch die SVP lehnte eine Aufteilung Südtirols ab, weil das die deutschsprachige Bevölkerung in eine Minderheitensituation gebracht hätte. Gruber sah dies aber als ersten Schritt zur Wiederangliederung von ganz Südtirol an Österreich an41. 37 Ebd; Rolf Steininger, Südtirol im 20. Jahrhundert. Vom Leben und Überleben einer Minderheit (Innsbruck–Wien 1997) 220. 38 Gehler, Österreichs Außenpolitik I 90 f. 39 Gehler, Österreichs Außenpolitik 67–71. 40 DDI, Serie X, III 597. 41 Heiss, Pfeifer, Einleitung, in: Heiss, Pfeifer, Südtirol – Stunde Null? 16.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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