Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 389 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 389 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 389 -

Bild der Seite - 389 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 389 -

389 Italien und die Südtirolfrage von De Gasperi bis Moro selbstbestimmtes Südtirol. Der BAS wurde von österreichischen Extremisten wie Aloys Oberhammer, Eduard Widmoser, Wolfgang Pfaundler und Fritz Molden mit Dynamit versorgt und finanziell unterstützt. Bei den Anschlägen wurden 2 Wasserkraftwerke, 37 Hochspannungsmasten und 8 Bahnoberlei- tungen vorsätzlich gesprengt. Der Schaden belief sich auf einige Milliarden Lire. Das eigentliche Ziel der Attentäter, nämlich die Energieversorgung der Bozner Industriezone lahmzulegen, wurde aber nicht erreicht. Vollkommen verfehlt wurde auch das Bestreben, die Bevölkerung für sich einzunehmen. Nach Günther Pallaver begrüßten viele Südtiroler die ersten unblutigen At- tentate102, die zunehmende Gewalt stieß aber auf Ablehnung, ebenso fürchtete man Einbußen im Tourismus. Auch die Kirche verurteilte unter der Leitung des Bischofs von Brixen, Joseph Gargitter, die Anschläge. Am 12. Juni verur- teilte die SVP, allen voran ihr Chef Magnago, der gegen jegliche Gewalt war, die Angriffe offiziell. Allerdings waren einige hochrangige Parteimitglieder Komplizen der Attentäter, wie etwa Hans Dietl103. Empörte Mitglieder wand- ten sich in der Folge von der Partei ab. Der Präsident der Handelskammer Bozen, Walter von Walther, bezeichnete die SVP gegenüber dem britischen Konsul als Nazi-Partei104 und Ebner zeigte sich enttäuscht, dass sich die Partei mit Verbrechern105 eingelassen habe. Nur mit Mühe konnte die Abspaltung der katholischen Gruppe um die Abgeordneten Toni Ebner, Roland Riz, Otto von Guggenberg und Walter von Walther verhindert werden106. Nach der Feuernacht stellten sich die öffentliche Meinung sowie die internationale Presse hinter Italien, darunter auch die „Neue Zürcher Zei- tung“. Viktoria Stadlmayr meinte sogar, die Attentate hätten den ersten mo- ralischen Sieg Italiens in der Südtirolfrage seit 1918 mit sich gebracht107. Am 10. August 1961 musste Aloys Oberhammer sowohl von seiner Funktion als Obmann der Tiroler Volkspartei wie auch als Landesrat der Tiroler Landesre- 102 Pallaver, La pacificazione dopo il terrorismo 272, 280. 103 Peterlini, Feuernacht 174–195; Ders., Hans Dietl. Biografie eines Südtiroler Vorden- kers und Rebellen. Mit Auszügen aus seinen Tagebüchern (Bozen 2007) 216 f. 104 Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror II 591. 105 Scarano, Le origini della Commissione dei 19 248. 106 Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror II 584–597. 107 ASP 1959–1969, IV 7 und Doc. 15 73–77; Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror II 658.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung