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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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389 Italien und die Südtirolfrage von De Gasperi bis Moro selbstbestimmtes Südtirol. Der BAS wurde von österreichischen Extremisten wie Aloys Oberhammer, Eduard Widmoser, Wolfgang Pfaundler und Fritz Molden mit Dynamit versorgt und finanziell unterstützt. Bei den Anschlägen wurden 2 Wasserkraftwerke, 37 Hochspannungsmasten und 8 Bahnoberlei- tungen vorsätzlich gesprengt. Der Schaden belief sich auf einige Milliarden Lire. Das eigentliche Ziel der Attentäter, nämlich die Energieversorgung der Bozner Industriezone lahmzulegen, wurde aber nicht erreicht. Vollkommen verfehlt wurde auch das Bestreben, die Bevölkerung für sich einzunehmen. Nach Günther Pallaver begrüßten viele Südtiroler die ersten unblutigen At- tentate102, die zunehmende Gewalt stieß aber auf Ablehnung, ebenso fürchtete man Einbußen im Tourismus. Auch die Kirche verurteilte unter der Leitung des Bischofs von Brixen, Joseph Gargitter, die Anschläge. Am 12. Juni verur- teilte die SVP, allen voran ihr Chef Magnago, der gegen jegliche Gewalt war, die Angriffe offiziell. Allerdings waren einige hochrangige Parteimitglieder Komplizen der Attentäter, wie etwa Hans Dietl103. Empörte Mitglieder wand- ten sich in der Folge von der Partei ab. Der Präsident der Handelskammer Bozen, Walter von Walther, bezeichnete die SVP gegenüber dem britischen Konsul als Nazi-Partei104 und Ebner zeigte sich enttäuscht, dass sich die Partei mit Verbrechern105 eingelassen habe. Nur mit Mühe konnte die Abspaltung der katholischen Gruppe um die Abgeordneten Toni Ebner, Roland Riz, Otto von Guggenberg und Walter von Walther verhindert werden106. Nach der Feuernacht stellten sich die öffentliche Meinung sowie die internationale Presse hinter Italien, darunter auch die „Neue Zürcher Zei- tung“. Viktoria Stadlmayr meinte sogar, die Attentate hätten den ersten mo- ralischen Sieg Italiens in der Südtirolfrage seit 1918 mit sich gebracht107. Am 10. August 1961 musste Aloys Oberhammer sowohl von seiner Funktion als Obmann der Tiroler Volkspartei wie auch als Landesrat der Tiroler Landesre- 102 Pallaver, La pacificazione dopo il terrorismo 272, 280. 103 Peterlini, Feuernacht 174–195; Ders., Hans Dietl. Biografie eines Südtiroler Vorden- kers und Rebellen. Mit Auszügen aus seinen Tagebüchern (Bozen 2007) 216 f. 104 Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror II 591. 105 Scarano, Le origini della Commissione dei 19 248. 106 Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror II 584–597. 107 ASP 1959–1969, IV 7 und Doc. 15 73–77; Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror II 658.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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