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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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390 Federico Scarano gierung108 zurücktreten. Er war einer der Hauptorganisatoren und -geldgeber für die Anschläge. Beim zweiten Mailänder Prozess 1966 wurde er deshalb zu 30 Jahren Haft verurteilt. Mit der schweren Krise infolge der Feuernacht setzte sich in erster Linie Scelba auseinander, der dabei von Amintore Fanfani und Aldo Moro, dem Sekretär der DC, unterstützt wurde. Er rückte die Bekämpfung des Ter- rorismus in den Mittelpunkt seiner Politik. Zugleich entschied er sich, einen Ausschuss von Italienern und wichtigen Vertretern Südtirols einzurichten, der notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Autonomie der Provinz Bozen erarbeiten sollte. Er griff seinen alten Vorschlag auf, direkte Verhand- lungen zwischen Rom und den Politikern Südtirols aufzunehmen. Diesen hatte Scelba bereits mehrmals vorgebracht, jedoch wurde er stets abgelehnt109. Am 24. Juni 1961 kam es in Zürich erneut zu einem erfolglosen Treffen der ita- lienischen und österreichischen Delegationen. Dabei teilte Segni seine Bereit- schaft mit, der Forderung Südtirols entgegenzukommen, ohne sich dabei je- ner Österreichs nach einer autonomen Region zu beugen. Kreisky führte die Verhandlungen auf österreichischer Seite kompromisslos110. Wie Steininger schreibt, tat Italien den Attentätern jedoch nicht den Gefallen, so zu handeln, wie sie es dachten: Es ließ die Verhandlungen nicht platzen111. In dieser Sackgasse, in der Italien einen moralischen Vorteil hatte, nahm Scelba, mit voller Unterstützung von Fanfani und Moro, direkte Ver- handlungen mit den Südtirolern auf, um ihnen entgegen zu kommen und den Einfluss Österreichs zu verringern. Scelba schlug die Einrichtung einer Kommission – auch „Neunzehnerkommission“ genannt – vor. Sie bestand aus elf Vertretern Italiens, sieben Vertretern Südtirols und einem Vertreter der Ladiner. Den Vorsitz übernahm der angesehene sozialdemokratische Ju- rist, Universitätsprofessor und Abgeordnete Paolo Rossi. Der Kommission gehörten die römischen Abgeordneten der SVP und Landeshauptmann Mag- nago, Walter von Walther, sowie politische Vertreter wie der Vorsitzende der 108 Scarano, Le origini della Commissione dei 19, 250; Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror II 563–566. 109 Scarano, Le origini della Commissione dei 19, 238–242. 110 ASP 1959–1969, III, Doc. 174–184, 420–462; Antonio Segni, Diario 1956–1964 (Bologna 2012) 216. 111 Steininger, Feuernacht 53.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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