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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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399 Italien und die Südtirolfrage von De Gasperi bis Moro nauer hielt sich jedoch aus der Angelegenheit heraus142. Nach dem 25. Juni 1967, als beim Attentat auf der Porzescharte vier italienische Carabinieri ums Leben kamen, legte Außenminister Fanfani ein Veto gegen den Beitritt Öster- reichs zur EWG ein, den die Volkspartei unter Kanzler Klaus und Außenmi- nister Lujo Tončić -Sorinj anstrebten. Die Beziehungen zwischen Italien und Österreich waren an ihrem Tiefpunkt angelangt. Erst nach dem Ende der Anschläge, zwei Jahre später, akzeptierte Ita- lien die von Magnago vorgebrachten Verbesserungsvorschläge für das „Maß- nahmenpaket“ mit rund 137 Richtlinien. Bei Streitfällen hinsichtlich der Durchführung des Pakets konnte man sich an den internationalen Gerichts- hof wenden. Österreich sollte seine Klage bei der UNO zurückziehen und nach Umsetzung aller Punkte des Südtirol-Pakets eine Streitbeilegungserklä- rung abgeben143. Es war dies die Lösung, die Moro schon nach dem Schei- tern der Verhandlungen zwischen Saragat und Kreisky im Dezember 1965 angestrebt hatte: Mehr Konzessionen für Südtirol durch die Paketlösung, die durch eine internationale Garantie abgesichert wurden, nicht aber durch Verpflichtungen, die über das Gruber-De Gasperi-Abkommen hinausgingen. Am Ende stand das Autonomiestatut für Südtirol. Am 22. und 23. November 1969 wurde das Abkommen von der SVP ra- tifiziert. Bis zuletzt gab es Widerstände radikaler Kräfte innerhalb der Partei. Die Befürworter des Abkommens, angeführt von Magnago, erhielten nur 52,8 Prozent der Stimmen, 44,6 Prozent stimmten dagegen und 2,1 Prozent ent- hielten sich. Am 30. November 1969 trafen sich die Außenminister Moro und Waldheim, nachdem letzte rechtliche Bedenken ausgeräumt waren, in Ko- penhagen. Österreich bekräftigte seinen Kampf gegen den Terrorismus und Italien zog das Veto gegen den EWG-Beitritt Österreichs zurück. Moro sprach von einer neuen Ära der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Am 15. Dezember 1969 nahm der Nationalrat in Wien das Abkommen mit den Stimmen der ÖVP an, die sozialistische und die freiheitliche Partei stimmten dagegen, weil sie die internationale Garantie als unzureichend ansahen. Das Zweite Autonomiestatut für die Region Trentino-Südtirol wurde vom italienischen Parlament am 23. Januar 1971 in erster Lesung ratifiziert 142 Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror I 797–866; II 674–760; III 633–694. 143 Monzali, Mario Toscano 210.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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