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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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402 Giulia Caccamo unter den überwiegend in den 1930er-Jahren ausgebildeten Führungskräf- ten des Außenministeriums verbreitet. Die Angstmacherei des italienischen Außenministeriums vor den „uralten Trieben“ Deutschlands – wenngleich überzogen – kann zum Teil darauf zurückgeführt werden, dass die Bundes- republik Deutschland viele Vereine unterschiedlicher Art zur Unterstützung der Causa Südtirol gegründet hatte. So sind das „Kulturwerk für Südtirol“ oder „Stille Hilfe für Südtirol“ nur einige Beispiele der zahlreichen deutschen Vereine, welche die Autonomie Südtirols förderten. Zu diesem Zeitpunkt fiel es der Bundesrepublik Deutschland offensichtlich immer schwerer, sich kohärent an die mehrmals vom Auswärtigen Amt vorgegebene besonnene Linie zu halten. Aufgrund seiner geografischen Nähe und seiner historisch verwurzelten Tradition war das Land Bayern nur widerwillig bereit, wegen Solidaritätsbekundung mit den „Deutschen“ in Südtirol seine Freundschaft mit Italien aufzugeben, für das die Mehrheit der deutschen und insbesondere der bayerischen Öffentlichkeit große Affinitäten hegte. Sehr aktiv waren darüber hinaus auch die Vereine der deutschen Ver- triebenen, welche ihre osteuropäische Heimat verlassen mussten. Diese Ver- eine hätten ein nicht ungefährliches Zusammenspiel zwischen der gesamt- deutschen Solidarität und dem Pangermanismus der Rechtsradikalen fördern können. Die Vorstellung, dass die Bundesrepublik Deutschland in gewisser Weise noch in Verbindung mit der Nazivergangenheit stehe, wurde aus na- heliegenden Gründen durch die sowjetische Propaganda verstärkt. So hielt es Moskau für unerlässlich, die BRD zugunsten seiner eigenen Sicherheit zu schwächen: Die Isolation der deutschen Regierung durch die Verbreitung des Schreckgespenstes eines nationalfaschistischen Revisionismus würde den politischen und militärischen Integrationsprozess verhindern. Ähnliche As- pekte findet man auch in der politischen Einstellung der italienischen kom- munistischen Partei (PCI), die unterschiedslos die Hauptvertreter der Süd- tiroler Autonomie als Nazisympathisanten stigmatisierte und der Bundesre- publik Deutschland vorhielt, mit dem Bombenterrorismus zu kooperieren. Die etwas unangebrachten Äußerungen mancher CDU-Spitzenpoliti- ker, die oft auch Minister waren, verraten die unbestrittenen Ansprüche von Adenauers Realpolitik: Die CDU sollte – im Konsens mit den rechten Partei- en – zu einem großen politischen Sammelbecken werden, um der Bildung
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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