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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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404 Giulia Caccamo voran die Sudeten, interessant wäre. Die bereitgestellten Finanzmittel seien erheblich, die Kontrollen durch die deutschen Behörden nachlässig. Diese Si- tuation könnte sich nach Kreisky noch verschlimmern, denn in Südtirol ver- lasse man sich zunehmend auf die Hilfe Deutschlands. Kreisky vermied es allerdings, Italiens wunden Punkt – die gesamtdeutschen Implikationen des Südtiroler Irredentismus – anzusprechen. Kreisky betonte daher in seinem Gespräch, er habe mit der deutschen Regierung über die Südtirolfrage nicht gesprochen, da es sich nicht um ein deutsches Thema, sondern um ein Prob- lem zwischen Italien und Österreich handle6. Von deutscher Seite gab es hierzu widersprechende Wortmeldungen: Eine Lösung liege im Interesse der deutschen Regierung, da diese Frage sich wie ein schleichendes Gift in die Beziehungen zwischen Österreich und Italien, aber auch zwischen Italien und Deutschland und Deutschland und Öster- reich einpräge7. Für die deutsche Regierung war eine Beteiligung an der Lö- sung der Südtirol-Problematik auch im Hinblick auf das innerdeutsche Ver- hältnis wichtig. In der DDR wies die Presse auf die Gefahr neofaschistischer Bestrebungen und eines Revanchismus hin, der sich in der Bundesrepublik verbreitete, was auch von nichtkommunistischen Zeitungen in Italien auf- gegriffen wurde8. Besorgniserregend war auch der Verdacht einer geplanten Unterwan- derung durch rechtsradikale Gruppierungen in Österreich und der BRD mit dem Ziel, Terroraktivitäten zu fördern und Deutschland in diese Aktionen miteinzubeziehen und damit zu destabilisieren. Aus Untersuchungen der deutschen Behörden geht hervor, dass Norbert Burger, der seit 1961 in Süd- tirol als rechtsradikaler Terrorist aktiv war, durch seine engen Kontakte mit den Studentenvereinen und mit rechtsradikalen Gruppen aus Österreich und Deutschland einige aus Westdeutschland stammende Kollaborateure rekru- tiert hatte. Vieles deutet darauf hin, dass Burger auch Kontakte nach Ost- 6 Ebd. 7 Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes (PAA), B130, Band 2442A, hier: Carstens, Staatssekretär im Auswärtigen Amt in Löns, deutscher Botschafter in Wien, 15. Jänner 1965. Berichtet wird von dem Gespräch zwischen Kreisky und Bobletter (Staatssekretär im öster- reichischen Außenministerium) anlässlich der Sitzung des Ministerkomitees des Europa- rates. 8 Ebd.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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