Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 491 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 491 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 491 -

Bild der Seite - 491 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 491 -

491 Was wusste Bruno Kreisky? re Österreicher hätten führen können“131. Aber erst im August 1961 wurde Burger zum ersten Mal in Untersuchungshaft genommen. Vier Monate spä- ter wurden Welser und zwei weitere Verantwortliche für den Sprengstoff- schmuggel zu einer mehrmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Zuvor hatte die Tiroler Landesregierung noch versucht, sich für die Angeklagten einzuset- zen. Am 17. November 1961 hatte die Bundesregierung ein diesbezügliches Fernschreiben erhalten. Darin wurde ersucht: 1. von jeder Gerichtsverhandlung wegen Unterstützung der Südtiroler Freiheitskämpfer während der Zeit der UN-Ge- neralversammlung Abstand zu nehmen. 2. dem einzubringenden Antrag der Vertei- digung auf Enthaftung des Kurt Welser stattzugeben, […].132 Das Ansinnen wurde im Ministerrat diskutiert. Bundeskanzler Alfons Gorbach (ÖVP) meinte: Ich bin der Auffassung, dass die Regierung aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit das nicht anrühren darf. Justizminister Broda bekundete, sehr froh zu sein, dass der Herr Bundeskanzler die gleiche Auffassung hat133. Broda machte im April 1962 hoch- rangigen Mitgliedern der Tiroler Landesregierung klar, dass die Justiz weiter gegen die Aktivisten vorgehen würde: Jede Hinnahme der neu aufgeflammten terroristischen Aktivität in Südti- rol und ihrer Vorbereitungshandlungen in Österreich würde einer Billigung gleichkommen und unabsehbare Folgen haben, die niemand in Österreich und Tirol staatspolitisch verantworten kann. […] Ich teilte den Herren mit, dass die staatsanwaltschaftlichen Behörden angewiesen worden sind, mit aller Energie vorzugehen und ein neuerliches Umsichgreifen dieser Aktivität zu verhindern.134 Die Justiz, so Broda, werde ihre Pflicht erfüllen, weil jedes andere Verhalten von den Kreisen, die terroristische Aktivität entfalten, nur als Zeichen der Schwäche und Ermunterung zu neuer Aktivität aufgefasst werden wird135. Die Bilanz blieb freilich gemischt: Drei große Südtirolprozesse zwischen 1965 und 1967 fanden vor 131 Christoph Franceschini, Geheimsache Kerbler, in: profil 50 (1991) 62–65, hier 65. 132 Verhandlungsschrift Nr. 25 über die Sitzung des Ministerrates am 21.11.1961. ÖSTA/ AdR, BKA, Ministerratsprotokolle 2. Republik, Gorbach I. 133 Vertraulich, Verschluss – zu der Verhandlungsschrift Nr. 25, Seite 3. ÖSTA/AdR, BKA, Ministerratsprotokolle 2. Republik, Gorbach I. 134 Amtsvermerk Dr. Broda, 5.4.1962. StBKA, VII.9 Südtirol, Box 4. 135 Ebd.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung