Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 497 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 497 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 497 -

Bild der Seite - 497 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 497 -

497 Was wusste Bruno Kreisky? für ‚verrückt‘, wie er intern meinte“, so Steininger162. Kreisky ging sogar auf Fundamental-Opposition zum Südtirol-Kurs der Regierung Klaus. Dieser hatte in seiner Regierungserklärung die Südtirolfrage als zweitwichtigstes Anliegen der österreichischen Außenpolitik bezeichnet163. Die entscheiden- den Verhandlungen fanden nun inneritalienisch zwischen SVP-Obmann Sil- vius Magnago (1914–2010) und Premierminister Aldo Moro statt – ganz ohne Störfeuer durch Attentate. Am 23. November 1969 erfolgte der Durchbruch. Sieben Tage darauf einigten sich Österreich und Italien auf den „Operations- kalender“ als Fahrplan zur Umsetzung der Bestimmungen164. Am 8. Dezem- ber 1969 zog die Regierung in Rom das EWG-Veto zurück. Das Autonomie- statut wurde am schließlich am 10. November 1971 beschlossen und trat am 20. Jänner 1972 in Kraft. Es sollte bis 1992 dauern, ehe Österreich und Italien der UNO eine Streitbeilegungserklärung präsentierten165. 6. Schluss Um abschließend zur Eingangsfrage zurückzukehren: Was wusste Kreisky? Der Außenminister zählte vor dem Losschlagen des BAS zu den wohl bestin- formierten Verantwortungsträgern in Österreich. Kreisky kannte zwar nicht alle Details, hatte aber über die Staatspolizei Zugang zu den Interna der Or- ganisation und diverse Mittelsmänner hielten ihn auf den Laufenden. Er traf sich mehrmals persönlich mit der BAS-Führungsriege. Die entscheidende Zusammenkunft mit Kerschbaumer im November 1960 fand sogar zu einem Zeitpunkt statt, wo man noch hätte Einhalt gebieten können, wenn Kreisky die Anschläge dezidiert nicht gewünscht hätte. Aber dazu kam es nicht und kurze Zeit später erfolgte das erste BAS-Attentat. Gleichzeitig ist es wichtig, festzuhalten, dass Kreisky nicht alleinverantwortlich war. Österreich war in operationeller, logistischer und politischer Hinsicht das „Hinterland“ für den BAS, um Terroranschläge in einem Nachbarland zu begehen. Ohne diese subs- tanzielle Starthilfe hätte es den BAS in dieser Form vielleicht nie gegeben. 162 Steininger, Bruno Kreisky und die Südtirolfrage, in: Dolomiten, 22./23.1.2011. 163 Gehler, Menschenleben 238. 164 Mosser, Schuöcker, Jelinek, Feuernacht 208 ff. 165 Schmidl, Duschen aus der Dose, in: Die Presse, 26.10.2007.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung