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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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506 Luciano Monzali zur politischen und nationalen Entspannung in der Provinz beitrug, war die bedeutende wirtschaftliche und industrielle Entwicklung Südtirols in den 1970er- und 1980er-Jahren, welche dieses Land in eine der reichsten Regionen Italiens und Europas verwandelte. Dennoch blieben Misstrauen und Skepsis gegenüber Italien bestehen. Die Regierung in Wien griff nicht ein. Wie ein Damoklesschwert, das über Italien schwebte, weigerte sich der österreichische Nationalrat, das Abkom- men von 1971 zwischen den beiden Ländern zu ratifizieren, das eine Ände- rung des Artikels 27a der europäischen Konvention bezüglich der friedlichen Streitbeilegung enthielt. Somit kam Wien jahrelang nicht der Verpflichtung nach, die in Punkt 9 des in Kopenhagen festgeschriebenen „Operationskalen- ders“ verankert war. Während Italien dieses Abkommen bereits im Jahr 1973 ratifizierte, tat Österreich dies erst 15 Jahre später, im Jahr 1988. Da Italien keinen Einspruch mehr gegen die Unterzeichnung von Ab- kommen zwischen den Institutionen der Europäischen Gemeinschaft und Österreich erhob, stand auch Verhandlungen über ein Assoziierungsabkom- men nichts mehr im Wege. Die Gespräche verliefen allerdings schleppend und nicht reibungslos14. Die Bundesrepublik Deutschland befürwortete die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der Europäischen Gemein- schaft und Österreich15 und auch Italien äußerte sich positiv16. Verhaltener agierten hingegen andere EWG-Länder, wie zum Beispiel Frankreich, das die Sowjetunion nicht beunruhigen wollte. Die Vereinigten Staaten ihrerseits un- terstützen das Vorhaben, Österreich wirtschaftlich in der EWG zu verankern. Gleichzeitig aber verteidigten sie die sowjetische Stellung, wonach der Staats- vertrag vom 1955 eine full Austrian membership in the EC de facto verbot17. Auf- grund der Opposition der Sowjetunion gegen jegliche Mitgliedschaft oder 14 Hinweise darauf finden sich in: Gehler, Österreichs Außenpolitik der Zweiten Repu- blik, Bd. 1; Ders., Vom Marshall-Plan bis zur EU. Österreich und die europäische Integration von 1945 bis zur Gegenwart (Innsbruck–Wien–Bozen 2006). 15 Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland (München 1994 ff.) 1969, Band Nr. 3, doc. 356. 16 Zum Verhalten Italiens in Zuge der Verhandlungen über die vorläufige Teilvereinba- rung Österreichs mit der europäischen Kommission siehe ILS, AA, Europa, b. 420, Bombas- sei an das Außenministerium, 30. November 1970. 17 Foreign Relations of the United States, 1969–1976, XXIX (Washington 2007) doc. 68, Memorandum from the President’s Assistant for National Security Affairs (Kissinger) to Pre- sident Nixon, 17. Mai 1972.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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