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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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516 Luciano Monzali des Ministerpräsidenten und des Ministers in Österreich sowie auch in aller Deutlichkeit und Offenheit im Rahmen der berühmten Veranstaltung in Inns- bruck, die anlässlich des Tiroler Gedenkjahres stattfand. Wenn der politische Konflikt in Zusammenhang mit dem Selbstbestimmungsprinzip offen gelas- sen wird, wie es die Österreicher angeblich zu tun gedenken, könnte dies – wenn auch nicht in naher Zukunft – besonders gefährlich sein, weil gewisse Erwartungen bei der Südtiroler Bevölkerung entstehen könnten, die – wenn unerfüllt, was bestimmt der Fall sein wird – erneut zu Spannungen zwischen dieser ethnischen Minderheit und dem italienischen Staat führen könnten.36 In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre zeigten die Italiener trotz der Zweifel des Botschafters Nisio eine noch größere Bereitschaft, die Kontroverse mit Österreich in der Südtirolfrage so schnell wie möglich zu bereinigen37. Die italienische Führung, nunmehr der wohlwollenden Absichten Wiens sicher, war sogar für eine Annährung Österreichs an die EWG und seinen eventuel- len Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft38. Im Hinblick auf eine Entspan- nung und Förderung der zwischenstaatlichen Verhältnisse zwischen Rom und Wien wurde beschlossen, Botschafter Nisio durch Alessandro Quaroni zu ersetzen. Mit einer Österreicherin verheiratet, war dieser bereits in den 1960er-Jahren Konsul in Innsbruck gewesen. Er galt als profunder Kenner der Sprache sowie Kultur des Landes und war auch als Stellvertreter des General- sekretärs Ruggiero tätig gewesen. Dieser schlug ihm im Einvernehmen mit Andreotti die Stelle in Wien vor, um eben die Beziehungen mit Österreich zu verbessern und zu festigen. Quaroni gelang es bravourös, ein auf Vertrauen und Zusammenarbeit basierendes Verhältnis mit den österreichischen Poli- tikern und Diplomaten, insbesondere mit Minister Alois Mock und seinem 36 ILS, AA, Austria, b. 791, Ambasciata italiana a Vienna, Anmerkung. Südtirol-Frage, ohne Datum (aber Mai 1985, Übers. d. Verf.). Für eine genauere Rekonstruktion der Ereig- nisse bei der Innsbrucker Veranstaltung siehe Monzali, Giulio Andreotti e le relazioni italo– austriache 1972–1992 46 ff. 37 Siehe dazu ILS, AA, Trentino-Alto Adige, b. 17, Andreotti an Magnago, 10. November 1986; ebd., Andreotti an Craxi, 10. November 1986. 38 Für eine Analyse der Südtirolfrage siehe Michael Gehler, Vollendung der Bilaterali- sierung als diplomatisch–juristisches Kunststück: Die Streitbeilegungserklärung zwischen Italien und Österreich 1992, in: Ende eines Streits. Zehn Jahre Streitbeilegung im Südtirol- konflikt zwischen Italien und Österreich 1992, hrsg. von Siglinde Clementi, Jens Woelk (Ba- den-Baden 2003) 18–81, insbesondere 28 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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