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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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526 Luciano Monzali der SVP, da im April 1991 der Parteivorsitz von Silvius Magnago auf Roland Riz überging. Magnago war ein überzeugter Anhänger des Abkommens von 1969 und befürwortete die Verabschiedung des Pakets, zumal ihm bewusst war, wie wichtig dieser Schritt im Hinblick auf den österreichischen EG-Bei- tritt war. Riz, ein hochkarätiger Jurist, der eine bedeutende Rolle bei der Umsetzung vieler Maßnahmen des Südtirol-Pakets gespielt hatte, teilte die Position Magnagos, genoss aber weniger Ansehen innerhalb der Partei und stand unter dem Druck des unnachgiebigen Flügels, der eine internationale Verankerung des Pakets als Garantie für die Respektierung der Autonomie der Provinz Bozen durch Italien verlangte61. Vom 19. bis 21. November 1991 besuchte Bundeskanzler Vranitzky Rom mit dem Ziel, Druck auf diplomatischer Ebene auszuüben, um den Beitritt Ös- terreichs zu beschleunigen. In diesen Wochen liefen die letzten Verhandlun- gen zur Gestaltung einer neuen Europäischen Union, die am 7. Februar 1992 mit der Unterzeichnung des Maastricht-Vertrags verankert werden sollte. Das Treffen zwischen Vranitzky und Andreotti, das im November 1991 in Rom stattfand, markierte den Beginn einer entschiedenen Forcierung der Verhandlungen, welche die Schlichtung des italienisch-österreichischen Süd- tirol-Streites anstrebten. Eine weitere wichtige Etappe auf diesem Weg stellte der Meraner Kongress der SVP am 23. November 1991 dar. Dort stimmte eine Mehrheit der Partei für eine von Riz eingereichte und von Magnago unterstützte Resolution, in der die Bereitschaft zu einer Verabschiedung des Pakets erklärt wurde, allerdings nur unter der Bedingung einer internationalen Verankerung. Die Wiener Regierung wollte die Frage so schnell wie möglich zum Abschluss bringen, um ein Hindernis für den EG-Beitritt auszuräumen: Eine eventuelle internationale Absicherung des Pakets wurde zwar positiv ein- geschätzt, doch war man sich auch bewusst, dass im Falle eines politischen Konflikts zwischen den beiden Staaten die juristischen Mittel für einen inter- nationalen Schutz zahnlos waren. Anfang Dezember trafen sich Vranitzky und Mock in Wien mit Riz und Magnago und bekräftigten gegenüber den Führern der SVP, dass die Kontroverse zeitnah beigelegt werden müsse. Riz zeigte sich unschlüssig, obwohl ihm nicht nur die Wiener Regierung, son- 61 Siehe dazu die Erklärung von Riz an die Wiener Zeitung „Die Presse“, enthalten in: ILS, AA, Trentino-Alto Adige, b. 21, Quaroni an den Außenminister, 11. November 1991.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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