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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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527 Giulio Andreotti, die Südtirolfrage und Österreich (1972–1992) dern auch Magnago nahelegte, das Paket zu verwirklichen und die Südtirol- frage schnellstmöglich einem Ende zuzuführen62. Im Jänner fanden zwischen Rom, Bozen und Wien intensive Verhand- lungen statt, um eine politische Lösung zu finden und das Paket sowie die Frage einer internationalen Verankerung abzuschließen. In dieser Hinsicht besonders engagiert waren Alcide Berloffa, Andreottis Vertrauensmann in der Südtirolfrage, und Ludwig Steiner63. Der österreichische Außenminister war sehr daran interessiert, die Südtirol-Kontroverse beizulegen und die Be- ziehungen mit Rom zu verbessern. In einem an Andreotti und De Michelis gerichteten Vermerk vom 22. Jänner 1992 prüfte Bottai, der Generalsekretär der Farnesina, die Aussich- ten, die Südtirolfrage bis zum Ende der Legislaturperiode abzuschließen (für April waren italienische Parlamentswahlen angesetzt)64. Nach Ansicht Bottais waren noch zwei Hindernisse zu bewältigen: eine allgemein gültige Durchführungsbestimmung, um einigen Forderungen der SVP nachzukom- men, das heißt gewisse Kompetenzen wiederherzustellen, die der Provinz erklärtermaßen durch gewöhnliche Gesetze oder Entscheidungen des Ver- fassungsgerichts entzogen worden waren, und die Forderung des Senators und Vorsitzenden der SVP Riz, in der Streitbeilegung eine internationale Ver- ankerung des Pakets festzuschreiben, wie das der Parteikongress als Bedin- gung beschlossen hatte. Über diesen letzten Punkt stand er sowohl innerhalb seiner Partei als auch gegenüber Wien unter großem Druck. Während ein Kompromiss hinsichtlich des ersten Punktes leicht zu erzielen war, gestaltete sich der zweite Punkt äußerst problematisch. In lan- gen Diskussionen mit italienischen Beamten hatte Riz gefordert, dass dem an Österreich zu übermittelnden Text das Protokoll der Parlamentssitzung angefügt werden sollte, in welcher der italienische Ministerpräsident die Er- füllung des Pakets ankündigte. Außerdem sollte auch eine Kopie des Auto- 62 Am 5. Dezember 1991 teilte Alcide Berloffa Andreotti mit, dass „Riz aufgefordert wur- de, – insbesondere und ausdrücklich von Magnago – seiner Verpflichtung nachzukommen und die ,Streitbeilegung‘ nicht weiter aufzuschieben“: ILS, AA, Trentino-Alto Adige, b. 21, Alcide Berloffa, Anmerkung für den Ministerpräsidenten, 5. Dezember 1991. 63 Siehe dazu das von Steiner abgelegte Zeugnis: Steiner, Diplomatie–Politik. Ein Leben für die Einheit Tirols 204–243. 64 ILS, AA, Trentino-Alto Adige, b. 21, Bruno Bottai, Anmerkung für den Ministerpräsi- denten, 22. Jänner 1992.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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