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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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530 Luciano Monzali Trotz seiner vorgeschlagenen Alternativlösungen riet Bottai der Regierung ganz offensichtlich, die Forderung von Riz zu erfüllen und den Südtirol-Streit so bald als möglich zu beenden. Andreotti war einverstanden. In den Tagen danach be- auftragten Andreotti und De Michelis Alessandro Quaroni, den italienischen Botschafter in Wien, ein Gespräch mit Mock zu führen, um ihm die italienische Bereitschaft zu signalisieren, Riz gegenüber Konzessionen zu machen und die internationale Verankerung des Pakets zuzusichern. Am Morgen des 28. Jänner traf sich Quaroni mit Mock und unterbreitete ihm den Kompromisstext für die zu übermittelnden Parlamentsakten, die zur Erfüllung des Pakets dienten. Da- bei forderte er Österreich soll sich offiziell einsetzen und keine (und ich betone es) Argumen- te anführen, welche die These einer ‚internationalen Verankerung‘ – wie vom SVP-Vorsitzenden Riz befürwortet, untermauern würden. Insbesondere – so berichtete Quaroni dem Außenministerium – konnte ich Folgendes feststellen: Um die Streitbeilegung, die die italienische Regierung mit Entschlossenheit und Offenheit anstrebte, nicht zu beeinträchtigen, war es notwendig, dass die österreichische Regierung bei ihrer Kenntnisnahme über die italienische Übermittlung der Parlamentsakten und des Wortlauts des Statuts oder auch bei zukünftigen Pressemitteilungen nicht (und ich sage nicht) die Tatsache unterstreicht, dass der Text von jener rechtlichen These abweicht, die wir stets befürwortet haben (und die wir im Zuge der Verhandlungen über den Ope- rationskalender auch zu schützen beschlossen haben). Österreich musste sich notwendigerweise dazu verpflichten […] damit keine Reaktionen beim Parla- ment und bei der italienischen Öffentlichkeit ausgelöst werden, die unsere Regierung davon abbringen würden, dem Südtirol-Streitfall dieser Tage noch einen Riegel vorzuschieben.67 In den darauffolgenden Stunden fanden intensive Kontakte zwischen der Wiener Regierung, der SVP und der von Botschafter Emil Staffelmayr ge- leiteten österreichischen Botschaft in Rom statt. Nach einer Konsultation mit Riz gab Mock am Nachmittag des 28. Jänner 1992 Quaroni eine Antwort. Der 67 ILS, AA, Trentino-Alto Adige, b. 21, Quaroni an den Außenminister, ohne Datum (aber 28. Jänner 1992), (Übers. d. Verf.). Zu dem Gespräch vom 28. Jänner zwischen Quaroni und Mock siehe auch die österreichische Version in: Gehler, Österreichs Außenpolitik der Zwei- ten Republik, Bd. 2 737 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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