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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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547 Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino offiziell beigelegt12, buchstäblich im letzten Moment und zu einem für Italien problematischen Zeitpunkt, da seit dem Frühjahr 1992 das Parteiensystem unter dem Anprall der Korrruptionsaffäre Mani pulite implodiert war13. Die Regierung Andreotti, die den Abschluss betrieb, stand im Frühjahr 1992 un- mittelbar vor dem Abgang und stellte entscheidende Weichen in der Südtirol- frage. Sie tat dies buchstäblich bereits auf gepackten Koffern, da sie im April 1992 zurücktrat. Jede andere Regierung – so die hohe Wahrscheinlichkeit – hätte einen Abschluss verzögert. Der Streitbeilegungserklärung zwischen Italien und Österreich in der Südtirolfrage im Juni 1992 und dem EU-Beitritt Österreichs zu Jahresbeginn 1995 folgte eine neue Gunstphase bilateraler Beziehungen. Zum selben Zeit- punkt wertete auf EU-Ebene der Vertrag von Maastricht die Rolle der Regio- nen neu auf14, sodass die Positionen Südtirols, Tirols, aber auch des Trentino im bilateralen Verhältnis Österreich-Italien und im europäischen Kontext gestärkt erschienen, zumal das interregionale Verhältnis, von Altlasten be- freit, auf neue Grundlagen gestellt wurde. Dies galt auch für die Beziehungen beider Länder zum Trentino, das aus Südtiroler Sicht bis dahin primär als Bedrohung der eigenen Autonomie und „Wachhund Roms“ wahrgenommen worden war, zeitweilig gewiss nicht zu Unrecht. Unter den neuen Bedingungen der Entspannung zwischen Italien und Österreich wie unter dem Eindruck des EG-Beitritts der Republik war die interregionale Zusammenarbeit eine wichtige Option, die neben den spezi- fisch bilateralen bzw. regionalen Bedingungen auch durch die Fortschritte der europäischen Einigung gefördert wurde: Das Maastricht-Abkommen von 1992 stärkte die regionale Subsidiarität, etwa durch den 1993 errichteten „Ausschuss der Regionen“ (AdR) und regte Regionen zum Auf- und Ausbau ihrer Kooperation an. Die realen Kompetenzen von Organen wie des AdR blieben zwar schwach ausgebildet, aber zumindest formell galten die Regio- nen als Akteure der Zukunft. 12 Vgl. 1992: Ende eines Streits. Zehn Jahre Streitbeilegung im Südtirolkonflikt zwischen Italien und Österreich, hrsg. von Siglinde Clementi, Jens Woelk (Baden-Baden 2003). 13 Vgl. Andrea Di Michele, Storia dell’Italia repubblicana 1948-2008 (Milano 2008) 339–351. 14 Michael Gehler, Europa. Ideen*Institutionen*Vereinigung*Zusammenhalt (Reinbek 32018) 373–376.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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