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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 553 -
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553 Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino wirken vorab von Tirol und Südtirol engagierten Landeshauptmann Wein- gartner (1993–2002) stand der primär auf Autonomie und Selbstentfaltung Südtirols bedachte Luis Durnwalder (1989–2014) gegenüber, der zudem zu Tirol begrenzte Affinität hatte. Er hatte das Studium in Wien 1961–1965 ab- solviert, was seine Bindung an Tirol ebenso abschwächte wie sein explosiver Gestaltungsdrang. Da Durnwalder vor allem im Zeitraum 1996–2008 stark auf Südtirols Eigenständigkeit bedacht war, galt ihm und seiner Regierung die Verbindung nach Norden, erst recht nicht nach Süden, nicht wirklich als Herzensanliegen. Entfesselung der Wirtschaft, offene Rahmenbedingungen für den Primär- und Tertiärsektor, Ausbau von Infrastrukturen und gebaute Symbolpolitik waren die Markenkerne der Ära Durnwalder; die Europare- gion lag hingegen im hinteren Feld. Als Element innerer Kohäsion und äußerer Abgrenzung war die ERT auf diese Weise eine dankbare Arena mit geringem Risiko für die Landes- politik in Innsbruck, Bozen und Trient. Obwohl vielen Vertretern politischer Parteien wie auch wichtiger Verbände die Verbundenheit gewiss ein echtes Anliegen war, um Elemente der Zusammengehörigkeit zu pflegen, war aber auch der instrumentelle Charakter grenzüberschreitender Kooperation un- übersehbar. Über die Diskurs- und Diskussionsfigur „Europaregion“ lie- ßen sich regionalpolitische Themen ebenso ins Bild setzen wie Beziehungen gegenüber dem jeweiligen Nationalstaat markieren. Zudem erwies sich das grundsätzlich regionale Thema auch als europapolitisches Tonikum, um die Landespolitik mit einen europäischen Nimbus zu umgeben. Bestehende Fundamente der Gemeinsamkeit und Differenzen vor der Euregio-Annäherung unterhalb der Ebene offizieller Euregio-Politik, der glaubwürdigen Bekundungen wie der unvermeidlichen Rhetorik traten die jeweiligen Interessen in vielen Bereichen aber auch verstärkt auseinander, wie sich um das Jahr 2000 deutlich zeigte. Gewiss bestanden zwischen Tirol und Südtirol seit 1945 stets wichtige, auch wachsende Verbindungen, die sich über die Jahrzehnte der Landestei- lung hinweg kontinuierlich erhalten hatten. Neben persönlichen oder ver- wandtschaftlichen Beziehungen und wirtschaftlichen Verflechtungen hatte das bereits das sogenannte Accordino von 1949, das bereits im Pariser Abkom-
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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