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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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561 Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino Dennoch blieb die Ebene informeller Zusammenarbeit in der ERT, zumal im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden „Dreierlandtage“ von beschränk- ter Wirkung. Die von der italienischen Rechten und Zentralisten in Wien und Rom befürchtete „ethnoregionale Schlagseite“ eines pantirolismo blieb auf die- sen weitgehend „zahnlosen“ Gremien aus41, wenn etwa auf den Dreierlandta- gen in Meran (2005), Innsbruck (2007) oder Mezzocorona (2009) gemeinsame Entschließungen im Eiltempo dutzendweise verabschiedet wurden. Die Be- schlüsse waren zwar oft gehaltvoll und von guten Absichten begleitet, ihre Umsetzung ließ aber zu wünschen übrig, sodass solchen „Elefantenhochzei- ten“ vor allem atmosphärische und kommunikative Wirkung zukam. Die Entwicklung der Europa-Region erweist so immer wieder die ge- wohnten Schwankungen zwischen Symbolpolitik, tagesaktueller Instrumen- talisierung und wirkungsvollen Auftritten als Plattform der Bilateralisierung zwischen Österreich und Italien. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Wechsel der Landesspitzen, wo in Tirol die Kontinuität von Landeshauptmann Günther Platter (seit 2008) an- hält, während in Südtirol der neue Landeschef Arno Kompatscher (ab 2014) die euregionale Ebene im Vergleich zu seinem Vorgänger mit größerer Ent- schiedenheit und strategischen Perspektiven bespielt. Die Trientiner Präsenz blieb konstant engagiert, da das Interesse an euregionaler Verankerung Ge- genhalt gegen Zentralisierungstendenzen in Italien bot. Dass die Euregio eine gewichtige Stimme auf europäischer und bi- lateraler Ebene spielen konnte, zeigte sich anlässlich der ab Herbst 2015 ein- setzenden Flüchtlingskrise, die die Beziehungen zwischen Italien und Öster- reich in spürbarem Maß belastete42. Da aus Italien zunehmend starke Flüchtlingsbewegungen über den Brenner ausgriffen und im Winter 2015/16 die Aufnahmekapazitäten der Re- publik und des Bundeslands Tirol stark in Anspruch nahmen, wurde ab Mit- te Februar 2016 von Seite der Wiener Regierung die Schließung des Brenner- grenze ins Auge gefasst43. Ein solcher Schritt aber hätte nicht nur die durch 41 Vgl. Werth, Raum – Region – Tirol 239–243. 42 Aus zahllosen Zeitungsberichten hier nur: Ulrich Ladurner, Endet hier Europa?, in: Die Zeit (6.4.2016) 3. 43 Andrea Nicastro, Austria, una barriera al Brennero, in: Corriere della Sera (12.4.2016) 8.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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