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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Seite - 638 -
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Seite - 638 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2

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638 V.3 Kärnten: Spittal – Herrschaftspital (Edition Nr. 47–48) An den heilligen tägen, des Weinachts-, Ostern- und Pfingstags-fest werden erlaubt umb zwelff pfundt fleisch [4v] mehrers zuenemen, also das man damallen nemen solle in allen sechs und dreissig pfundt. Auf diesen drey Fasten werden auch auß den prayhauß zuenemen bewilligt, jedesmals achtzehen viertl pier, darvon solle man geben denen armen oder spentlern jeden ein halbe und der yberrest verbleibt dem spittlmayr und seiner tafl, also auch solle passiert werden für dem spittlmayr, mayrin und außwarterin jederzeit in solchen 3 feyertägen auf ein jedes ein halbe weina. [2.] Daß ganze spitahl solle jederzeit sauber und gekherter gehalten werden, daryber mayr und mayrin ihr vleissige aufsicht zuhaben, damit solches ervolge und khönen unter denen spentlern ain baar personen darzue brauchen, die zue diser arbeith an tauglichsten. Die außwarterin solle in allweg, winter und somer in der armen leüth schlaff cämern sowoll alß in ihrer taflstuben zwaymall im tag, alß morgens und abendts, mit [5r] cranbethpeer wol rauchen und also ohne yblen geruch die zimer erhalten, also auch solle sie durch die spentler alle tag fruehe morgents alle drey dise zimer sauber außkheren lassen und auch ihr obsicht haben, das auch salvo honore die secrethäuser in baiden cämern allezait sauber und gesperter wegen des bösen tampfs verbleiben, das auch wenigist ein-, zwaymahl in der wochen die tisch und pänkh in der taflstuben vlaissig abgeriben werden, alß nemblichen mitwochs und sambtags. [3.] Ferner solle die warterin die obsicht haben, das alle arme leüth oder spentler, jung und alt, nach dem sie morgens fruehe aufstehen, ihr gebett vleissig verrichten sollen, also auch abendts, eheunter sie schlaffen gehen, ingleichen wan man umb mittag und abendts zum gebett leitet, das alle khnieendt ihr gebett ablegen sollen. [4.] Dan auch, so offt man in der wochen die heillige meß in der capeln lessen wird, sollen die jenigen, so nicht auf dem veldt oder sonsten mit nötiger spittl arbeith verfangen, in die khirchen gehen und solcher heilligen meß beywohnen. [5v] [5.] Eß solle auch sie, warterin, darob sein und mit hilff der tauglichsten spentnerin längist ain stundt nach dem sie aufgestanten alle pötter aufpötten, damit die ordnung und sauberkheit erhalten werde. [6.] Ferner solle sie, warterin, mit hilff auch der tauglichisten spendtnerin die wesch der armen leüth also verrichten, damit ein jedes alle acht tag ein frisches und sauberes hemet, also strimpff, khreß, hauben und fürtüecher anzulegen habe. So solle man auch gemelten armen leüthen alle vierzehen tagen die padtstuben haizen und sie darinnen paden und säubern, wie gebräuchig. Man solle auch denen gesundten spentlern wenigist alle drey wochen, denen khrankhen und unsaubern aber alle vierzehen tag die leylacher wexlen und frische aufziechen. [6r] [7.] Bey den haarmärkhten solle man alle jahr die nottdurfft loden erkhauffen und darauf umb Allerheilligen gedachten armen leüthen und spentlern, waß ein jedes von khlaidt und gewäntl etwan von nöthen wird haben, auf den winter machen lassen und solcher gestalt, damit kheines noth oder khälten leiden dörffte. Spittlmayr und spitlmayrin sollen alle jahr durch aigne spinung im spittl, soviel hierzue von nöthen, taugliche leinwath machen und hernach schwarz farben, auch darauß längist umb Pfingsten gemelten armen leüthen und spentlern die notturfft bekhlaidung auf den somer machen lassen. a Am linken Seitenrand nachgetragen: Pier, wein.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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