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VI.7 Steiermark: Hartberg – Bürgerspital (Edition Nr. 64) 687
In der Fasten zu mittag durchgehends 2 speißen, alß auf mittag nudl in der [160 r] suppen
oder ritschet, dan ein richtkrauth oder rueben. Auf die nacht 1 speiß als zuzeiten ponn-
oder arbessuppen, bißweillen ein koch oder auch abgesottene ponnen.
Mitwoch, Freytag und Sambstag jeder pfriendner die Fasten hindurch täglich 1 halbe
wein.
Das ganze jahr hindurch wirdet jedweder pfriendner auf 14 tag ein läb brodt von
khornmehl mit 8 lb. gegeben.
Zum h(eiligen) zeiten als zum Weyhnachten, Neüjahr, Ostern, Pfüngsten und anderen
fösttägen, auch Fasching tägen haben sie, pfriendner, kein extra speiß, sondern werden
verpfleget, wie sonst am anderen Sontägen, ausser was selbe von der burgerschafft
bekhommen.
Anbelangend die leibesklaidung werden jedem pfriendner jährlich ein neues paar [160 v]
schuch gegeben und 1 paar gedoppelt, alle 2 jahr ein paar wollene strimpf, auch ein und
andere nothwendigkeit nach erfordernuß von zeit zu zeit.
In den übrigen contestiren sie, pfriendner, das selbige mit dem spittlmaister gar wohl
zufriden seyen.
NB: Dise specification, so mir die pfriendner den 26. Septembris 1731 vormittag
angegeben, hat der spittlmaister eodem nachmittag in beyseyn des Keuffen per totum
affirmirt.
Peter L(ucretius) I(gnatius) von Apostelen als commissarius, mpria.
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin