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848 VII.7 Oberösterreich: Steyr – Bürgerspital, Bruderhaus und Lazarett (Edition Nr. 112–119)
alß feuers brunst, wasßer gisßen oder dergleichen daß spitall grosen [/] schaden erleydete
oder aber eine merckhlich und gar kostbahre reparation sich eraignete, worzue in die
capitalien gegriffen werden miesste, dan in solchen fählen hat ein spitall verwalter zu
der in milden stüfftungs sachen angeordnet hoch löb(lichen) commission in Linz daß
behörige einzubringen, auch von dannen die weithere verordtnung zuerwarthen, ohne
einlangung solcher aber nichts vorzunehmen, ein gleiches ist auch zu beobachten, wan
in dem spitall gebäu eine änderung oder verbesserung (so etwas nahmhafftes austragete)
vorgenohmen werden solte.
[16.] Sechzechentens solle es mit der sambl und anderen pixen geldern, wie biß anhero
bey dem aldasigen burger spitall von ohnfördenkhlichen jahren her gewöhnlich gewesen
und schonn oben §vo 6to sich vorgemerckhter befündet, auch in allen spitals rechnungen
einkhommet, gehalten, verfolglich die eingehende sambl und pixen gelder nach gewöhnlich
vollzochener samblung von dem verwalter jederzeit wohlverwahrlich aufgehoben und,
wievill es betrage, jederzeit gezehlet, [/] in die rechnung ordentlich per empfang genohmen,
auch (weillen oben angeregter masßen widerholte sambl- und pixen gelder denen armen
leuthen in spitall zu anschaffung der in ermanglung einer anderweithen stüfftung höchst
nothwendig und ohnentpehrlichen leibes klaydung alle quartall ausgetheillet zu werden
pflegen) widerumben per ausgaab gebracht, und samt denen anderen spitals einkünfften
getreulich verrechnet, keinesweegs aber der spitalls verwalter dahin verleitet werden, daß
er die von denen spitals capitalien eingehende zünsungen oder andere almosen gelder mit
seinem aigenen geldern vermische, sondern jederzeit abgesönderet halte.
[17.] Siebenzechentens solle die jähr(liche) spitallamtsrechnung jederzeit in folge des
jüngsthin untern 5ten Octobris a(nni) c(urrentis) ergangen hochgnädigen repraesentations
Abb. 121: Steyr; Bürgerspital, von der Ennsbrücke aus gesehen. Hinter der Bürgerspitalkirche thront die mäch-
tige 1635/77 erbaute Jesuitenkirche (Foto: Martin Scheutz, 2012).
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin