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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Seite - 887 -
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VIII.4 Niederösterreich: St. Pölten – Bürgerspital (Edition Nr. 126–130) 887 [7.] Siebendens in deme vorkommet, daß vor dem Wienerthor eine wiesen (worauf der Weinhart ein lusthauß hat) befindlich seye, welche dem spital entzogen worden seyn solle, und dessen ohnerachtet gleichwohlen ein dopelter grunddienst, nemblich nacher Pottenbrun und in das allhiesige geistliche stifft bezahlet werde, alß solle sich der magistrat angelegen seyn lassen, ernanntes wiesen wiederumen zu den spital zubringen und nur den einfachen grunddienst in jenes grundbuch, wohin solcher von alters gereichet werden, künfftig abzuführen. [8.] Achtens solle das von dem Weigl in das spital gebrachte geld per 54 fl. seiner encklin Catharina Seebökhin gegen quittung verabfolget werden. [9.] Neuntens solle das aus der wochentlichen Freytag bichsen wie auch das aus denen opferstöcken und vorhängbichsen in denen wirthshäusern eingehende allmosengeld nicht mehr in das spital amt abgegeben, sondern solches zu unterhaltung deren in den patentmässigen verpflegung stehenden armen gewiedmet, hingegen auch von denenselben allea Freytäg mit der bichsen von hauß zu haus gesamlet und gebettet und sodan die bichsen zum stadtrichter gebracht, in gegenwart des siechen hauß vatters gezehlet, ihme zur verrechnung übergeben und von selben zur patentmässigen verpflegung genohmen werden. [10.] Zehendens hat zwar das spital bishero die salzfuhren durch die zwei jahr, als der verschleiß bei der stadt ware, versehen, und von jedem schilling salz für das fuhrlohn von Mölkh 30 xr. empfangen, wie zumahlen aber das spitalvieh abgehörter massen zu verkaufen ist, folgsam das spital die salzfuhren nicht mehr verrichten kan, alß sollen dieselbe einem burger überlassen werden. [/] [11.] Eilfftens ist die spitalrechnung von dem spitlmeister auf die art, wie oben bei der camer rechnung gemeldet worden, zu verfassen, alljährlich richtig zu legen und von dem magistrat aufzunehmen, welcher öffters einige rathsfreünde in das spital abzuordnen und zu sehen, ob denen spitalern ihre geldportionen gereichet und von ihnen die gewöhnliche gebetter verrichtet werden. [12.] Zwölfftens solle über das ganze vermögen des spitals von dem spitlsmeister in beyseyn zweyer aus dem rath benennenden commissarien ein ordentliches inventarium errichtet, hiervon ein gleichlautendes exemplar dem magistrat überreichet und solches mit anfang eines jeglichen jahrs im rath abgelesen, demselben auch, wan das spital besser dotiret wurde, derley gab oder stiftung jederzeit alles fleisses nachgetragen werden. 1747 Nr. 127 Ordnung des Bürgerspitals in St. Pölten. St. Pölten, 1756 Dezember 29 Archiv: StA St. Pölten, Bürgerspitalakten 1642–1810, Instruktionen des Bürgerspitals 1747– 1890; weitere wortidente Überlieferungen: Reguln für die sämentlichen spittäller (St. Pöl- ten, 1775 Dezember 30); Reguln für die sämt(lichen) spittäller (St. Pölten, 1775 Dezem- ber 30, Abschrift Beginn 19. Jahrhundert); Reguln für die sämmentlichen bürgerspittals pfründler (St. Pölten, 1812 September 30) Rückvermerk: Spittalreguln vom jahre 1756 a Korr. aus alls.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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