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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Seite - 905 -
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VIII.7 Niederösterreich: Wiener Neustadt – Bürgerspital (Edition Nr. 136–142) 905 Nr. 137 Ordnung des Bürgerspitals in Wiener Neustadt (Kurzfassung der Ordnung von 1622). Wiener Neustadt, sine dato [nach 1622] Archiv: StA Wiener Neustadt, Scrinium CXIV, Nr. 2/2, unfoliiert Rückvermerk: Instruction und ordnung deren manns- und weibspersonen, so in das all- hieige burgerspitall an- und auffgenommen werden. Instruction und ordnung aller deren mannß- oder weibspersonen, so in das allhieige burgerspital an- und aufgenommen werden. [1.] 1mo Sollen alle und jede der heiligen allain seeligmachenden römischen cathollischen religion beygethan seyn. [2.] 2. Ehe und zuvohr sie angenommen werden, bey allhieiger thumbkhirchen beichten und communiciren oder alßbaldt hernach. [3.] 3. Jährlichen werden sie zum wenigisten (aussern Ostern, welches sie ohne das zuthuen schuldig) quatemberlich beichten und communiciren. [4.] 4. Zu gewisser stundt auffstehen und schlaffen gehen, auch uber nacht ohne vorwissen und erlaubnus herrn spitlmaisters nit außbleiben. [5.] 5. Täglich, wan sie auffstehen, ihre betther geseubert, sich angelegt, wie auch ehe und zuvohr sie schlaffen gehen, sollen sie ein viertl stundt in der vordern stuben, vor dem altar khnüendt, die gebett andächtig sprechen, so ihnen vorgebettet werden, und darbey zuforderist dem barmbherzigen Gott umb alle gnaden danckhen, dann auch für alle wollthäter vleissig betten. [6.] 6. Vor und nach dem essen nit weniger andächtig betten. [7.] 7. Alle tag die frue oder andere mesß mit andacht hören und dabey ihr gebett verrichten. [8.] 8. An Sonn- und feyrtägen, wan sie leibsschwachheit halber khünnen, dem h(eiligen) wortt Gottes mit rechtem eiffer beywohnen. [/] [9.] 9. Vor allen lasteren, sonderlich greinen und zankhen, gottslästeren, volltrinkhen, unzucht und dergleichen sich hietten und nüemand khain ärgernus geben. [10.] 10. Denen verstorbenen das glaid zu grab geben und ihre seelen Gott bevelchen, sie seindt gleich arm oder reich. [11.] 11. Wo sie jemand armen oder khrancken, so hilff- und trostloß, auf der gassen finden, sovill möglich helffen und alßbald herrn superintendenten oder spitlmaister andeuten. [12.] 12. Wann jemand diser fürgeschribenen regln aine wider verhoffen überschritte, wirdt er die billiche bestraffung von herrn spitlmaister, oder wer solches im bevelch hatte, willig und mit danckh annemmen, oder, da er sich ungehorsamb erzaigte, aus dem spital ohne barmbherzigkheit geschafft werden.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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