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Österreichs Staatsidee
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7« liegen! Und so spricht eines der ersten Organe der öffentlichen Meinung im Herzen Österreichs, in Wien! Ein solches Wort würde ich für eine Beleidigung der Majestät des Reiches halten; und ich kann mir es nicht anders erklären, als daß denjenigen, die also denken und reden, an der Herrfchaft der deutschen Natio- nalität mehr gelegen ist als an der Dauer Öfterreich'S als einer Großmacht. Uns Slaven ist an der Herrschaft in Deutschland oder Italien nicht das Geringste gelegen und wir glauben, daß Öfterreich, wenn es durch weise und freie Institutionen die Zu« friedeuheit aller seiner Völker sicher gewonnen haben und sich au- gelegen fein lassen wird, daß wir alle auf den Namen Österreich mit Recht stolz werden können, nie Ursache haben wird, sich vor irgend einer Macht auf der Welt zu fürchten. Wem aber die Ber- einigung der österreichischen Länder und Böller «it dem deutschen Reiche von jeher mehr Nutzen gebracht, ob uns oder dem Reiche selbst, davon giebt die Geschichte hinreichendes und beredtes Zeug- nis. Auch in unseren Tagen sieht es ein jedes Lind ew, wie zahl- reich die materiellen Opfer sind, die wir der politischen Verbindung mit den deutschen Staaten bringen müssen, wogegen die Bortheile, die sich aus diesem Verhältnisse für uns ergeben sollen, meisten- teils diplomaüsche Geheimnisse bleiben. Soll aber das nationale Gefühl des Pangermanismus fo berechtigt und heilig sein, mit welchem Rechte werden wir das panflavistische und panitalische Gefühl verdammen können? wenn die Deutschen über alle staat- lichen Bertrüge zu ihren auswärtigen StammeHgenoffeu sich hin- neigen und ihnen anschmiegen können, wie wird mau dasselbe den Slaven und Italiänern zum Verbrechen anrechnen dürfen? Die Magyaren bleiben wohl immer unschuldig, da sie freilich kewen Grund haben, nach ihren uraltfchen Verwandten sich zu sehnen. Iu der letzten Zelt ist es bei Deutschen und Magyaren Sitte geworden, »Panslaviften" oder wie man in Ungarn mit der Llo- ganz eines Betyars zu sagen vorzieht „Panslaven" — alle selbst- bewußten Slaven zu benennen, die ihre Nationalität nicht vn> läugnen wollen. Und in der That, wird man für Panslavismns jedes nationale Gefühl, jedes natürliche Streben des Glaven aus- geben und Pauslavist oder Panslave jeder Slave sein, der sich
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Österreichs Staatsidee
Titel
Österreichs Staatsidee
Autor
Franz Palacký
Verlag
I. L. Kober Verlag
Ort
Prag
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.7 x 21.5 cm
Seiten
110
Kategorien
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