Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Seite - 224 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 224 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Bild der Seite - 224 -

Bild der Seite - 224 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Text der Seite - 224 -

III. Der sowjetische Besatzungsapparat: Struktur und Funktion224 6. Auffinden und Beschlagnahmen von Waffen, die die örtliche Bevöl- kerung versteckt; 7. Herstellen von Ordnung im Hinterland der Zentralen Gruppe der Streitkräfte, insbesondere in Wien und Baden; 8. Bewachen der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze, der Alli- ierten Kommission für Österreich, der Botschaft der UdSSR in Wien, der Alliierten Kontrollkommission für Ungarn sowie des Stabes der CGV.“288 Im Zentrum ihrer Tätigkeit stand nach wie vor die Festnahme „feindlicher Elemente“ sowohl unter sowjetischen Soldaten als auch unter der österrei- chischen Bevölkerung. Von insgesamt mehr als 8700 festgenommenen Per- sonen waren im Untersuchungszeitraum 94 „Banditen“ und 66 „Diebe sowie Gewalttäter“ in die Fänge des NKVD geraten. Abgesehen von Deserteuren der Roten Armee unterlagen zudem alliierte „Deserteure“ einer Verhaftung. Allein im Jänner 1946 nahmen die NKVD-Truppen neben 129 sowjetischen Deserteuren 52 westliche Besatzungssoldaten fest, die angeblich entweder die Zonengrenze illegal überschritten oder gegen die Besatzungsordnung versto- ßen hatten. Gegenüber dem Aufgabenkatalog vom Mai 1945 fällt in Hinblick auf die Repatriierung sowjetischer DPs auf, dass die NKVD-Truppen nun ausdrücklich Heimkehrunwillige auszuforschen und festzunehmen hatten. Schließlich lautete die Politik des Kremls, dass jeder Sowjetbürger „bis zum Letzten“ in die UdSSR zurückkehren musste. Dem illegalen Waffenbesitz – einer der häufigsten Verurteilungsgründe nach Kriegsende – galt es offen- sichtlich weiterhin den Kampf anzusagen.289 Hinsichtlich der Bewachungspflichten der vier Regimenter, die zu die- sem Zeitpunkt dem Verband der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinter- landes der CGV angehörten, hatte sich gleichfalls nichts Grundlegendes geändert. Anfang Jänner 1946 bewachte das 10. Grenzregiment gemeinsam mit dem 37. Grenzregiment die österreichisch-tschechoslowakische Grenze. Das 24. Grenzregiment war für die Bewachung der Alliierten Kommission, der sowjetischen Botschaft in Wien sowie des Stabes der CGV ebenso zu- ständig wie für die Aufrechterhaltung von Ordnung in Wien und Baden. Das gesamte 383. Schützenregiment mit Stab in Budapest bewachte neben 288 RGVA, F. 32905, op. 1, d. 166, S. 154–165, Tätigkeitsbericht von Zimin-Kovalev über die Tä- tigkeit der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der CGV im Jänner und Februar 1946, 10.3.1946. 289 RGVA, F. 32905, op. 1, d. 127, S. 45, Bericht von Zimin-Kovalev über die Zahl der bei der Bewa- chung bedeutender Objekte und der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze eingesetzten NKVD-Truppen, 6.1.1946.
zurück zum  Buch Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955"
Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Stalins Soldaten in Österreich