Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Seite - 298 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 298 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Bild der Seite - 298 -

Bild der Seite - 298 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Text der Seite - 298 -

III. Der sowjetische Besatzungsapparat: Struktur und Funktion298 daher die Löhne aller Facharbeiter und jene von über 1000 Angestellten an- gehoben, was Mehrkosten von 10,2 Millionen Schilling (1,6 Millionen Rubel) verursachte.577 Zur Verbesserung der Lage in den USIA-Betrieben ließ Moskau in der Zeit von Juni 1953 bis Mai 1954 beinahe ein Drittel der sowjetischen Mitarbeiter vor Ort, insbesondere jene in leitenden Positionen, austauschen: Zu den 168 neu besetzten Posten gehörten der Leiter der USIA und seine beiden Stellver- treter, 40 Generaldirektoren und leitende Ingenieure von Betrieben. 79 von ihnen hatten zuvor in der DDR gearbeitet und sich anscheinend bewährt. Insgesamt waren 468 Positionen mit sowjetischen Mitarbeitern besetzt, 65 vakant und 53 sollten noch „aus verschiedenen Gründen“ ersetzt werden.578 Trotz einiger Änderungen wurde der Ministerratsbeschluss vom 9. Juni 1953 nur schleppend in die Tat umgesetzt, weswegen das Außenhandelsmi- nisterium (MVT) unter Ivan G. Kabanov im April 1954 verpflichtet wurde, innerhalb von zwei Wochen dem Ministerrat einen entsprechenden Bericht vorzulegen.579 6.7 Die Vergoldung des Wirtschaftsimperiums: Ablöse 1955 Parallel zu einer Reihe von Vorschlägen, welche Maßnahmen den unzufrie- denstellenden Zustand der USIA verbessern sollten, unterbreitete der Erste Stellvertreter des Ministerratsvorsitzenden der UdSSR, Anastas Mikojan, am 17. Mai 1954 dem ZK eine Notiz mit genau gegenteiligen Überlegungen.580 Er empfahl, unverzüglich mit der österreichischen Regierung in Verhandlun- gen über einen Verkauf der USIA-Betriebe zu den Bedingungen des Artikels 35 des Staatsvertragsentwurfes zu treten. Denn der Abschluss des Staatsver- trages würde sich „aller Wahrscheinlichkeit nach eine lange Zeit hinziehen“, lautete seine Einschätzung. Im Falle eines Verkaufs der USIA – nicht jedoch der SMV und der DDSG – würde die UdSSR von Österreich im Laufe von sechs Jahren „garantiert“ Waren im Wert von insgesamt 600 Millionen Rubel (150 Millionen Dollar) erhalten. Diese Ablöse stand bereits seit 1949 fest und sollte schlussendlich 1955 nicht mehr diskutiert werden.581 577 RGANI, F. 3, op. 8, d. 110, S. 81–97, hier: S. 83–84, Bericht von I. Kabanov über den Zustand der USIA-Betriebe in Österreich und Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Tätigkeit, 11.5.1954. 578 Ebd., S. 95. 579 RGANI, F. 3, op. 8, d. 128, S. 167–168, Bericht an das ZK der KPdSU über die Lage in der USIA, 14.4.1954. 580 Prozumenščikov, Nach Stalins Tod, S. 742f. 581 RGANI, F. 3, op. 8, d. 110, S. 98–101, A. Mikojan an das ZK der KPdSU über die Möglichkeit eines Verkaufes der USIA-Betriebe in Österreich, 17.5.1954.
zurück zum  Buch Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955"
Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Stalins Soldaten in Österreich