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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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1. Erziehung, Disziplinierung, Kontrolle 319 erteilten Weisungen“ ergreifen zu wollen. Die „überaus positive Einschät- zung“ der Agentur Reuters, betreffend Arbeit und insbesondere Atmosphäre im Interalliierten Sekretariat, wies der Politberater als „übertrieben“ zurück.35 Kiselev wollte anscheinend etwaige Vorwürfe bezüglich einer in den Augen Moskaus zu freundschaftlichen Verbindung zwischen den sowjetischen und westlichen Mitgliedern entkräften.36 Den Kontakt zu Österreichern regelte unter anderem die reformierte Verordnung über die SČSK vom 20. Februar 1952. Demnach war es SČSK- Mitarbeitern gestattet, „mit Erlaubnis ihnen vorgesetzter leitender Angehö- riger des Sowjetischen Teils, mit Vertretern österreichischer Behörden und Organisationen entsprechend deren Funktion in dienstlichen Kontakt“ zu treten. Dabei waren sie verpflichtet, die „dienstlichen Gespräche“ in Form von Gesprächsnotizen festzuhalten und ihren Vorgesetzten in Berichtsform zu übermitteln.37 Besonderes Augenmerk richtete das ZK der VKP(b) auf die Mitglieder und Kandidaten der VKP(b), die bei der SČSK, den Kontrollkommissionen in Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Finnland sowie beim Alliierten Rat für Japan arbeiteten. Sie sollten sich in jeweils einer Grundorganisation der Par- tei zusammenschließen. Als deren Aufgabe legte das Sekretariat der ZK der VKP(b) in seiner Sitzung vom 13. Juni 1946 die „politisch-erzieherische Arbeit unter den Mitarbeitern“ und die „Steigerung des marxistisch-leninistischen Niveaus der Kommunisten“ fest. Außerdem hatten die Grundorganisatio- nenden Leiter der jeweiligen (Kontroll-)Kommission dabei zu unterstützen, die „Staats- und Arbeitsdisziplin unter den Mitarbeitern“ zu erhalten.38 In eine ähnliche Kerbe wie Kiselev schlug das Politbüro des ZK der VKP(b), das sich des Themas mit einem „besonderen“ Beschluss Anfang 1951 35 AVP RF, F. (0)66, op. 25, p. 118a, d. 2, S. 83f., Schreiben von Kiselev an Molotov über das Interalli- ierte Sekretariat und die Mahnung der SČSK-Mitarbeiter zu besonderer Vorsicht, 31.12.1945. Vgl. dazu: Knoll – Stelzl-Marx, Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission, S. 197f. 36 Lun’kov berichtete in diesem Zusammenhang Smirnov: „Genosse Koptelov bestritt nicht [sic!], dass die Arbeit des Alliierten Sekretariates in einem Klima der Freundschaft und des gegenseitigen Ver- stehens abläuft, er merkte jedoch an, dass Reuters dies alles zu sehr übertreibe.“ Siehe: AVPRF, F. 066, op. 25, p. 118a, d. 2, S. 81f., Schreiben von Lun’kov an Smirnov über die Arbeit des Alliierten Sekretariates, 30.12.1945. 37 RGASPI, F. 82, op. 2, d. 1117, S. 66–75, Beschluss des Ministerrates der UdSSR Nr. 986-317ss „Über die Struktur und die Funktionen des Sowjetischen Teils der Alliierten Kommission in Österreich“ und „Verordnung über den Sowjetischen Teil der Alliierten Kommission in Österreich“ (Beilage Nr. 1) [20.2.1952]. Abgedruckt in: Karner – Stelzl-Marx – Tschubarjan, Die Rote Armee in Österreich, Dok. Nr. 78. 38 RGASPI, F. 17, op. 116, d. 264, S. 93f., Beschluss Nr. 264 (492) des Sekretariates des ZK der VKP(b) über die Parteiorganisationen bei den Kontrollkommissionen in Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Finnland, bei der SČSK und beim Alliierten Rat für Japan, 13.6.1946.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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