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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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III. Alltag, Freizeit, Besatzungsritual580 Streitkräfte in Österreich und Ungarn die Sowjetischen Truppen in der DDR, die Nördliche Gruppe der Streitkräfte und die Militärische Marinebasis in Po- len sowie die Mechanisierte Armee in Rumänien. Das Präsidium des ZK der KPdSU wurde rund zwei Monate später darüber informiert, dass der genann- te Beschluss „unter jenen Offizieren, Generälen und Admirälen, deren Frauen und Kindern die Ausreise ins Ausland gestattet worden war, auf Zustimmung stieß“, während er „ein Gefühl der Unzufriedenheit beim übrigen Teil der Of- fiziere“ hervorrief. Das Präsidium des ZK der KPdSU beschloss daraufhin, die Einreiseerlaubnis auf die Familien aller Offiziere auszudehnen.79 Bereits 1945 war zudem genau geregelt, welche Gegenstände über die sow jetische Grenze gebracht werden durften. Dazu zählten etwa drei Da- menkostüme, zehn Kleider, sechs Jacken, sechs Röcke, zwei Schals, sechs Paar Schuhe, zwei Damenhandtaschen, fünf Kopfbedeckungen, ein Muff, 20 Paar Strümpfe, eine Flasche Parfum, eine Puderdose und ein Waschbeutel pro Per- son. Für Kinder konnte außerdem ein Kinderwagen, ein Spielzeug und Klei- dung nach Bedarf mitgenommen werden. Auch über diese Vorgaben war der Offiziersstand in Kenntnis zu setzen.80 An den Stationierungsorten selbst gab es unter anderem eigene Militär- geschäfte für die Versorgung von Besatzungsangehörigen und deren Fami- lienmitglieder. Nicht immer verkauften sie allerdings das benötigte bzw. als sinnvoll erachtete Sortiment. Einige boten Alkohol an, hatten dafür aber nicht einmal Seife. In diesem Zusammenhang klagte ein anonymer Leser- briefschreiber in „Za čest’ Rodiny“: „Zu vielen Offizieren kommen jetzt ihre Familien – Frauen und Kinder. Es ist klar, dass der Bedarf der Offiziere so- mit größer wird. Kleidung, Schuhe etc. – all das müssen die Geschäfte der Handelsabteilung den Offiziersfamilien bieten.“ Manche dieser Geschäfte würden allerdings mit alkoholischen Getränken handeln, aber „das, was eine Offiziersfamilie braucht, kann man nicht im Geschäft kaufen“.81 Ein beachtlicher Teil der verheirateten Offiziere ließ die Familie – zumin- dest vorübergehend – nach Österreich nachkommen. So lebten etwa in den 79 RGANI, F. 3, op. 8, d. 62, S. 72–74, Entwurf für den Beschluss des Präsidiums des ZK der KPdSU über die Einreiseerlaubnis in die DDR, nach Österreich, Ungarn, Polen und Rumänien für Frauen und Kinder von Offizieren, die dort den Dienst versehen [22.10.1953]; RGANI, F. 3, op. 8, d. 62, S. 75–77, Begleitbrief von N. Bulganin an das Präsidium des ZK der KPdSU zur Übersendung des Ent- wurfs für den Beschluss des Präsidiums des ZK der KPdSU über die Einreiseerlaubnis in die DDR, nach Österreich, Ungarn, Polen und Rumänien für Frauen und Kinder von Offizieren, die dort den Dienst versehen, 3.10.1953. 80 RGVA, F. 32914, op. 1, d. 9, S. 139–142, Anordnung des Leiters des Stabes des 336. NKVD-Grenz- regiments, Major Buškov, über die Regelung, welche Gegenstände über die Grenze der UdSSR ge- bracht werden dürfen, 20.6.1945. 81 Povsednevno zabotit’sja o bytovych nuždach oficerov, in: Za čest’ Rodiny, 28.3.1946, S. 6.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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