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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Seite - 609 -
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2. Freizeit, Erholung, Urlaub 609 Schachzirkel einzurichten und Sport zu betreiben. Zumindest anfangs kam keine rechte Begeisterung für diese organisierten Freizeitaktivitäten auf. Der Sport litt außerdem unter einem Mangel an Ausrüstung; selbst Fußbälle oder Sportbekleidung fehlten in manchen Klubs. Am meisten fehle es aber an „Ini- tiative, Aktivität und Liebe zu dieser Tätigkeit“, lautete etwa die bezeich- nende Kritik an einer dieser Einrichtungen.196 Ungeachtet dessen hoben die Militärbehörden laufend die Bedeutung einer sinnvollen Freizeitgestaltung hervor – nicht zuletzt zur Aufrechterhaltung der Disziplin. Selbst das ZK der VKP(b) befasste sich mit den Rotarmistenklubs. Im Oktober 1946 fasste das Sekretariat den Beschluss, für die Bibliotheken der CGV-Klubs insgesamt 350 aus jeweils 810 Büchern und Broschüren bestehende Serien bereitzustellen.197 Gegen die Frustration über die Eintönigkeit des Kasernenalltags wirkte dieser Zeitvertreib allerdings nur bedingt. 2.4.3 Erholungsheime und Urlaub Besonders viel Raum für Entspannung sollten die eigens dafür eingerichteten Erholungsheime der Armee bieten. Innerhalb weniger Wochen nach Kriegs- ende ließ die Armeeführung mehrere dieser Häuser auch in Österreich eröff- nen, wo sich vor allem ältere, gesundheitlich geschwächte oder verwundete Besatzungssoldaten im Schnitt fünf Tage ausruhen konnten. Die Häuser, die „maximale Bedingungen für Erholung“ zu bieten hatten, lagen „im Wald ent- lang von Flüssen und Seen“.198 Offiziere kamen getrennt von Mannschafts- soldaten und Unteroffizieren in den Genuss dieser „für die Gesundung des Personalstandes wichtigen Maßnahme“. Wenig überraschend hatten die Po- litabteilungen auch hier für eine „kulturelle Massenarbeit“ Sorge zu tragen.199 Im Vordergrund standen bei diesen Einrichtungen allerdings körperliche Aktivitäten. Eines dieser Heime wurde Anfang 1946 auf einem „schneerei- chen Gipfel, zwischen schneeverwehten Tannen“ eröffnet. Die Umgebung bot ideale Voraussetzungen fürs Schifahren, Langlaufen und Jagen. In einem Artikel in der CGV-Armeezeitung wurde dieses „Erholungsheim in den Al- pen“ auch für die wärmere Jahreszeit geradezu euphorisch beworben: „Im 196 Ebd. 197 RGASPI, F. 17, op. 116, d. 237, S. 76, Beschluss Nr. 237 (306) des Sekretariats des ZK der VKP(b) über die Bereitstellung von Büchern und Broschüren für die Rotarmistenklubs der CGV, 19.10.1945. 198 RGVA, F. 32902, op. 1, d. 172, S. 19f., Anordnung des Leiters der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 3. Ukrainischen Front, Generalmajor Pavlov, an den Kommandeur des 17. Grenz- regiments über die Einrichtung von Erholungsheimen, 1.5.1945. 199 CAMO, F. 1310, op. 1, d. 4, S. 163, Befehl Nr. 0128 des Kommandeurs der 112. Garde-Schützendi- vision, Garde-Generalmajor Afonin, und des Leiters des Stabes, Garde-Oberstleutnant Gorčakov, über die Tätigkeit der Erholungsheime, 22.6.1945.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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