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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 187 -
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1873. Dezember 1848 Bruck, robert mohl, erzherzog Johann etc.), ob ich eine öffentliche erklä- rung, Ansprache etc. darüber ergehen lassen soll, wie ich mehrfach dazu aufgefordert worden bin (u.a. von Prinz Albert), darüber bin ich noch un- entschlossen, denn meine stellung als reichsgesandter legt mir rücksich- ten auf, und diese will ich in oesterreichs interesse nicht aufgeben. doch glaube ich beynahe, daß ich mich zu einer öffentlichen erklärung entschlie- ßen werde, um nicht der doppelsinnigkeit beschuldigt oder etwa gar in oe- sterreich für einen deutschthümler gehalten zu werden. Windischgrätz scheint in Wien mehr ungeschickt als barbarisch zu hau- sen, ich wollte lieber mehr Blut und weniger Plackereyen, es wäre Zeit, daß dem ein ende gemacht würde und endlich ein ministerium zu stande käme, daß dieses so schwer fällt, macht mich bedenklich. Blum, das elende subjekt, ist, dank sey es Windischgrätz, der held des tages in deutschland, ja fast in europa geworden. in Berlin dauert der pas- sive kampf fort, doch hat sich die versammlung durch ihren Beschluß der steuerverweigerung eine arge Blöße gegeben, und eine reaktion zu gun- sten der krone hervorgebracht.1 Auch die nationalversammlung in frank- furt hat sich in diesem letztern sinne ausgesprochen, und so ist ein für die regierung (wenn auch nicht für das ministerium Brandenburg) günstiger Ausgang jetzt wahrscheinlicher als vor 8 tagen. ich gehe in ein paar tagen nach frankfurt, auf ganz kurze Zeit, ich will mich orientiren, in der deutschen und der österreichischen frage, dann aber auch mit Beziehung auf die italienischen und anderen Angelegenhei- ten. in letzerer Beziehung habe ich an nobili und franz Wimpffen geschrie- ben, um mir documente über carlo Albertos intriguen mit kossuth und den Wienern zu verschaffen, man könnte diese gut gebrauchen. frankfurt 3. december Abends Am 28. Abends verließ ich london, ich hatte am selben tage noch 2 unter- redungen mit stockmar und eine sehr lange mit lord Palmerston. die An- sichten des erstern gefallen mir sehr wohl, obwol mir seine semi-officielle sendung nicht gefällt, er selbst drang auf meine reise nach frankfurt. Auch mit Brunnow, diesem grundgescheidten diplomaten, hatte ich in den letz- ten tagen über die schleswigschen unterhandlungen einige conferencen. Palmerston war über die revolution in rom sehr bestürzt, schien aber von 1 die preußische nationalversammlung hatte sich seit der Besetzung Berlins am 12. no- vember der Auflösung widersetzt und an verschiedenen Orten der Stadt getagt. Am 15. november, der letzten sitzung in Berlin, fasste sie den Beschluss, dass die regierung nicht berechtigt sei, über steuern zu verfügen oder diese einzuheben, solange die nationalver- sammlung nicht ungestört in Berlin tagen könne.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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