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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
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Tagebücher200 nium nur mit 2 stimmen majorität gewählt wurde, während der unfähige kirchgessner die vota der linken und der oesterreicher erhielt! hierauf bestieg gagern die tribüne und verlas das Programm des neuen cabinets in Bezug auf oesterreich, seine (und meine) bekannte Ansicht, welche aber allerdings in der form etwas schroff hingestellt war, indem das ministerium von der voraussetzung ausgehen zu wollen erklärt, daß oesterreich bereits aus dem Bundesstaate ausgetreten anzusehen sey. darüber gab es großen lärm auf beyden seiten, und der Ausschuß, welcher heute zur Begutachtung dieser vorlage gewählt wurde, besteht aus 11 mit- gliedern der neuen coalition (gebildet aus der linken, den oesterreichern, vielen Bayern und den ultramontanen) gegen 4 der bisherigen majorität. kirchgessner ist vorsitzender, giskra Berichterstatter! der sturz des mi- nisteriums scheint also vor der thür, wenn nicht die coalition gesprengt wird oder das österreichische ministerium in der Zwischenzeit eine wie immer geartete, bestimmtere erklärung abgibt, denn der haupt grief der versammlung gegen gagern’s Programm besteht allerdings darin, daß er das österreichische Programm vom 28. November als einen definitiven Aus- spruch oesterreichs annimmt, während viele in der versammlung darin noch keine so categorische erklärung sehen wollen.1 ich habe mich von allen diesen infamen intriguen so offen und feierlich als möglich losgesagt, dem ministerium versichert, daß ich trotz meines Austrittes durchaus keine opposition machen werde, und bin darüber wie natürlich mit den meisten meiner landsleute zerfallen. nur Wenige, wie deym, laube, hayden etc. bleiben mir treu, ich habe aber heute den Anfang gemacht, diese Zahl zu vermehren, und hoffe in jene cabale eine starke Bresche zu schießen. meine Adresse an meine Wähler ist sehr à propos gestern in der Oberpostamtszeitung erschienen und wirkte vortrefflich, in und außer der nationalversammlung.2 1 gemeint ist die regierungserklärung des ministeriums schwarzenberg am 27., nicht 28.11. 1848 vor dem reichstag in kremsier. in Bezug auf das verhältnis zu deutschland hieß es darin: „nicht in dem Zerreißen der monarchie liegt die größe, nicht in ihrer schwächung die kräftigung deutschlands. österreichs fortbestand in staatlicher einheit ist ein deut- sches wie ein europäisches Bedürfniß. von dieser überzeugung durchdrungen, sehen wir der natürlichen entwicklung des noch nicht vollendeten umgestaltungsprozesses entge- gen. erst, wenn das verjüngte österreich und das verjüngte deutschland zur neuen und festen form gelangt sind wird es möglich sein, ihre gegenseitigen Beziehungen staatlich zu bestimmen. Bis dahin wird Österreich fortfahren, seine Bundespflichten treulich zu er- füllen. in allen äußern Beziehungen des reiches werden wir die interessen und die Würde Österreichs zu wahren wissen, und keinerlei beirrenden Einfluß von Außen auf die unab- hängige gestaltung unserer inneren verhältnisse zulassen.“ 2 frankfurter oberpostamts-Zeitung v. 18.12.1848, Wien 10. dec. Adresse des freiherrn v. Andrian an seine Wähler. Andrian betont in diesem mit london, ende november 1848
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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